PASCAL STEINWACHS

Derweil die Erzbischofszeitung gestern ihrer christlichen Pflicht nachging, indem sie wohlwollend, aber wenig inbrünstig über den Echternacher Polka-Rave berichtete („Von Jung bis Alt zeigen die Springer, dass sie den Tanzschritt tadellos beherrschen“), sprang das „Tageblatt“ vor lauter Begeisterung aus der Kiste: „Die Springprozession ist voll im Trend. Bei Jung und Alt. Sie ist ein Segen für alle.“ Irgendwie hatten wir das Esch/Alzetter Blatt nun ja ... antiklerikaler in Erinnerung, aber so ändern sich die Zeiten.

Die Zeiten werden sich demnächst aber auch in Brüssel ändern, denn im Herbst macht EU-Kommissionschef Juncker seine Rentenansprüche geltend, und dann muss er erst einmal seinen Führerschein neu machen, denn er habe seit 2009 nicht mehr selbst hinter dem Steuer gesessen, wie er diese Woche dem Portal „Politico“ verriet. Die Luxemburger sind gewarnt. Gewarnt sein sollten aber auch alle Frauen und Mädels, wuschelt Juncker diesen doch mit Vorliebe durch die Haare, wobei er diese sogar, wie in Brüssel seine Assistentin, mit „Igelschnäuzchen“ anredet (wobei „Igelschnäuzchen“ nicht unbedingt ein jugendfreier Begriff ist). In seiner Pension will Juncker übrigens Bücher schreiben. Wahrscheinlich als Erstes ein Ratgeber über Ischias-Beschwerden...