Was haben die weltbekannten Bands Metallica und Anthrax nebst der Tatsache, Vorreiter des Trash-Metal-Genres zu sein, gemeinsam? Falls Sie glauben, die Antwort zu kennen, sind Sie entweder ein wahrer Kenner der Szene, ein Aspirant auf die fünf plus zwei Sternchen oder Sie stehen in engem Kontakt mit René Clement. Wenn Sie die Antwort beziehungsweise René Clement nicht kennen, sollten Sie einfach weiterlesen.
Der frühe René schwingt den Stift
Zu jener Zeit, als ein gewisser Ford Capri die Fahrbahnen unsicher machte, J.R. Ewing über den Bildschirm flimmerte und Argentinien zum ersten Mal Fußballweltmeister wurde, fand René Clement zum Bleistift. Kopffüßler ahoi! „Jeder fängt doch mit ungefähr zwei Jahren an zu malen“, grinst der charismatische 38-Jährige in Oberleuken (D) wohnhafte Luxemburger und ergänzt: „Es ist aber nicht so, dass ich in der Schule immer die besten Noten hatte. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.“ Spricht Clement von dem Anderen, denkt er an seine wohl angeborene Gabe, mit einigen, für den Nullachtfünfzehner undefinierbaren Handbewegungen bemerkenswerte Figuren in wenigen Augenblicken auf Pergament zu zaubern als wäre es das Normalste auf diesem Planeten. „Es vergeht eigentlich kein Tag, an dem ich nicht zu den Stiften greife. Ich muss einfach zeichnen, das ist mein Lebensinhalt.“
Clementeismus oder so
Ein kurzer Blick auf seine Werke genügt, und schon spürt man den innerlichen Drang, Mitglied der „Little Zombie“-Familie werden zu wollen. Von Mickey Mouse über Freddy Kruger bis hin zu Hellboy oder Big Bang Theory: Kaum eine aus dem TV populäre Figur bleibt verschont von der clementschen Vision der Verzombifizierung. Der Fakt, dass Clement großer Anhänger des Horror-Genres ist, sich dabei aber kaum Filme anschaut, wirkt inkongruent. Doch ist es genau dieser Gegensatz, der es ihm erlaubt, „nur wenig über die Figuren und ihre Handlungen zu wissen, um meine Interpretation der Gestalten zu realisieren“, so der Linkshänder und bekennende Star Wars-Fan. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch gar nicht mitbekommen, dass er dabei war, mich als „Little Zombie“ zu verewigen. Es dauerte auch nur… Augenblicke!
Herzensprojekte
Seinen persönlichen Durchbruch erlebte Clement, der hauptberuflich als Postbeamter arbeitet, im Jahr 2008, als er das RTL Télévie-T-Shirt designte. Weitere Anfragen blieben demnach nicht aus und so kreierte er ein CD-Cover für Enrichment (Martin Kesici/Angel of Berlin), Badges für die Make-a-Wish Foundation oder auch Mousepads für eine Computerfirma, Projekte, für die „man schon ein kleines Entgelt bekommt, aber nie die Aussicht hat, Millionär zu werden. Ich bin erfüllt, wenn ich positives Feedback bekomme und die Gewissheit habe, dass meine Werke den Leuten gefallen“, bleibt der eher besonnen wirkende Künstler bescheiden. Doch spätestens, als das Wort „Metallica“ fällt, verzieht sich sein Antlitz zu einer glückseligen Faltenlandschaft. Ja, Sie lesen richtig: René Clement durfte letztes Jahr für diverse offizielle Fanclubs der Kultrocker T-Shirts entwerfen. „Ein Wahnsinnsgefühl, wenn die eigenen Idole dich ebenfalls gut finden“, so Clement. Auch die Band Anthrax scheint seine Kunst zu mögen, immerhin würde dies erklären, warum sie auf ihrer offiziellen Facebook-Fanseite ohne Clements Wissen zwei seiner Kreationen als Profilbilder veröffentlichte und Charlie Benante, Drummer der Band und Inhaber der Kleidermarke „Forever Metal“, sich für die nahe Zukunft die Dienste des Luxemburgers gesichert hat. Und so warten wir ungeduldig auf internationale Textilien mit Herzstück aus luxemburgischer Mine.
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