In den kommenden Jahren wird die grün-rot-schwarze Koalition in Differdingen am ambitionierten Investitionsprogramm des blau-grünen Vorgängerschöffenrates festhalten. Insgesamt 85,6 Millionen für Projekte fanden die Zustimmung des Gemeinderates.
Weitere 9,8 Millionen sollen bis 2018 für Bauvorhaben ausgegeben werden, die erst die Zustimmung der Räte finden müssen, so Député-maire Roberto Traversini (déi gréng) bei der Vorstellung des mehrjährigen Finanzplans. Dieser erstreckt sich über fast vier Jahre bis 2018.
Zuwachs an Gewerbesteuer in den kommenden Jahren
In dem Zusammenhang wies Traversini auf ein Schreiben seitens des zuständigen Innenministeriums hin, das die Basis bei der Aufstellung des mehrjährigen Finanzplans liefern soll und das für die kommenden Jahre deutlich höhere Einnahmen an Gewerbesteuer und staatlicher Zuwendung in Aussicht stellt. Sind für das laufende Jahr 39 Millionen Euro an Gewerbesteuer und 19 Millionen Euro an staatlicher Zuwendung eingeschrieben, so dürfte sich die Gewerbesteuer für die kommenden Jahre auf 42 Millionen Euro (2016), 45 Millionen Euro (2017) und 49,5 Millionen Euro (2018) belaufen.
Was die staatliche Zuwendung betrifft rechnet Traversini mit 21 Millionen Euro fürs kommende Jahr, 22 Millionen Euro für 2017 und 23 Millionen Euro für 2018.
85 Millionen Schulden
Die Gesamtschuld der Gemeinde Differdingen wird sich Ende 2015 auf 85 Millionen belaufen. Dieser Betrag beinhaltet allerdings eine Anleihe in Höhe von zehn Millionen Euro, die zwar im Haushaltsentwurf 2015 vorgesehen ist, laut Traversini, allerdings nicht oder nicht komplett aufgenommen werden muss. In der Gesamtschuld enthalten ist ebenfalls der Betrag der für das so genannte Ediff-Gebäude vorgestreckt wurde, respektive Beträge die zum Kauf von Grundstücken dienten, um anschließend wieder verkauft zu werden.
In dieser Zeitspanne will die Dreierkoalition 13 Millionen Euro in Schul- und zehn Millionen Euro in Empfangsstrukturen investieren. 13 Millionen Euro werden zur Arbeitsbeschaffung ausgegeben, wobei das Projekt 1.535 Grad ein Schwerpunkt sein wird.
Acht Millionen werden in den Bereich Umwelt fließen, darunter ein Großprojekt das vom interkommunalen Gemeindesyndikat SIACH verwirklicht werden wird.
Mit insgesamt 30 Millionen Euro dürfte der Bau der neuen Gemeindewerkstätte, das neue Feuerwehrgerätehaus und die Erneuerung des Fuhrparks zu Buche schlagen. 13 Millionen Euro erhalten Freizeit und Sport.
Politischer Mut
Die Dreikoalition habe am 1. Oktober vergangenen Jahres politischen Mut bewiesen, als mit wenigen Ausnahmen, das Abreißen von Einfamilienhäusern für den Bau von Wohnresidenzen untersagt wurde, so LSAP-Fraktionssprecher Pierre Hobscheid. Gleichzeitig vertrat er die Meinung, dass diese Maßnahme nötig gewesen sei, um ein kontrolliertes Wachsen der Bevölkerung zu ermöglichen.
Diese Maßnahme sei von der Bevölkerung begrüßt worden und die Planungskommission des Innenministeriums habe die Entscheidung, mit einigen Änderungswünschen, denen man Rechnung tragen werde, positiv bewertet.
KP-Rat Ali Ruckert begrüßte diesen Schritt, der vermeiden soll. Er zeigte sich allerdings nicht davon begeistert, dass die rue de la Montagne nicht von dieser Maßnahme betroffen ist. Wenn in diesem konkreten Fall, seitens der Majorität der politische Mut gepriesen werde, wünscht sich Ruckert, dass man dies auch auf anderen Gebieten beweise.
Andere Sicht der Dinge hat allerdings die Demokratische Fraktion. Für Marcel Meisch ergibt auch Bevölkerungsdichte im Stadtkern Sinn. Wenn er auch mit dem Konzept einverstanden ist, so ist seiner Ansicht nach die Ausführung zu restriktiv und nicht genug durchdacht. Bei der Abstimmung enthielten sich die anwesenden DP-Räte.
43 Aufführungen im Kulturzentrum „Aalt Staathaus
Schöffe Tom Ulveling (CSV) zog die Bilanz 2014 für die Kultur, wo besonders die Bilanz für das erste Geschäftsjahr Kulturzentrum „Aalt Staathaus“ im Mittelpunkt stand. Im großen Saal fanden 2014 insgesamt 43 Aufführungen statt, denen 4.809 Personen beiwohnten. Die Zahl der Besucher lag im Durchschnitt bei 107 Gästen bei einer Saalkapazität von 201. Vom Initialbudget, das sich für 2014 auf 245.000 Euro belief, wurden allerdings nur 189.775 Euro beansprucht.
Die 38. Auflage des Weihnachtsmarktes schlug mit 64.000 Euro zu Buche. Hier wurde ebenfalls das Budget, das sich auf 100.000 Euro belief, nicht überschritten.
Ministerielle Genehmigung für Reifenverbrennung liegt vor
KP-Rat Ali Ruckert erkundigte sich, ob im ArcelorMittal Werk Differdingen alte Reifen entsorgt werden.
Dies bestätigte Bürgermeister Roberto Traversini. Am 12.Januar dieses Jahres sei seitens des Umweltministeriums eine entsprechende Genehmigung erteilt worden.
Der Député-maire verbarg allerdings nicht die Skepsis des Schöffenrats in dieser Angelegenheit und betonte, dass diese Entscheidung nicht im Kompetenzbereich der Gemeindeverwaltung liege. Man werde es allerdings nicht versäumen, regelmäßige Analysen anzufordern.


