LUXEMBURG
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Medizin, Ingenieurswissenschaften, Mathematik und Physik: Vier neue Bachelor-Studiengänge an der Uni ab September

„Fachkräfte ausbilden für die Herausforderungen von morgen“: das ist das Ziel der Uni Luxemburg, wie Rektor Stéphane Pallage gestern bei einer Videokonferenz unterstrich in der mehrere neue Bachelor-Studiengänge vorgestellt wurden, die ab September anlaufen. Es seien dies Programme in Bereichen „von nationale Bedeutung“, in denen eine starke Nachfrage herrsche.

Die Bachelor in Medizin, Ingenieurswissenschaften, Mathematik und Physik wurden aus bestehenden Lehrplänen und Ausbildungsprogrammen heraus entwickelt. Alle vier Programme seien als komplette Bachelor-Studiengänge neu entworfen worden, um sich auf die Bedürfnisse der Branche, der Bildungsinstitutionen und der Absolventen einzustellen, die in den Arbeitsmarkt eintreten.

Der Medizin-Bachelor unter Leitung von Prof. Gilbert Massard konzentriert sich nicht nur auf die erforderlichen Kenntnisse in präklinischen Wissenschaften, sondern auch auf die frühzeitige Entwicklung klinischer Kompetenzen durch Simulationsschulungen und Tutoring durch Ärzte mit bewährten pädagogischen Fähigkeiten.

Der Lernprozess werde mit digitalen Werkzeugen und einer frühen Einführung in die medizinische Praxis gefördert, heißt es. Wenn man weiß, dass bis 2034 über 70 Prozent der Ärzte in Rente gehen, erkennt man die Bedeutung der medizinischen Ausbildung in Luxemburg.

Solide Grundlagen

Auch Ingenieure sind stark gefragt. Eine rezente Umfrage des Wirtschaftsverbands FEDIL hat einen Bedarf von 1.400 Fachleuten in den kommenden Jahren ausgemacht. Deshalb bietet der Bachelor Ingenieurwissenschaften unter Leitung von Prof. Frank Scholzen eine solide Grundlage in den Bereichen Elektrotechnik, Energie und Umwelt, Bauingenieurwesen, Maschinenbau und Digitaltechnik. Es handelt sich um ein trilinguales Bachelor-Programm, das die Studierenden darauf vorbereitet, in einem aktuellen Kontext zu arbeiten, in der Energiewende, Digitalisierung und Industrie 4.0 praktische Anwendungskompetenzen erfordern.

Der Bachelor Mathematik unter Leitung von Prof. Ivan Nourdin indes bildet Studierende in den fundamentalen Bereichen der Mathematik aus, bietet aber auch Konzepte aus verwandten Disziplinen, wie Physik, Informatik oder Mathematikdidaktik. Darüber hinaus werden neue Kurse eingeführt, wie beispielsweise Statistik.

Der Bachelor Physik indes unter Leitung von Prof. Thomas Schmidt indes vermittelt eine solide Einführung in die Hauptbereiche der Physik, macht die Studierenden mit den notwendigen mathematischen Fähigkeiten vertraut und bietet eine große Auswahl an Wahlfächern, um Spezialisierungen zu ermöglichen. Der neue Studiengang verschaffe mehr Flexibilität für das Mobilitätssemester und ermöglicht eine forschungsorientiertere Ausbildung. Solide Physikkenntnisse sind klar Grundlage für eine Vielzahl an Aufgaben im Forschungs- und Entwicklungssektor sowie in der Industrie. Selbst in Branchen wie Finanzen, Versicherungen und Consulting sind Physiker stark gefragt.

Impliziert in den Kampf gegen Covid-19

Die Arbeit an der Uni hat sich durch Covid-19 stark verändert. Quasi über ein Wochenende stellte sich die Uni auf Fernstudium um. „Wir hoffen, dass wir so schnell wie möglich wieder zum Normalbetrieb zurückkehren können - aber nicht zu jedem Preis“, sagte Rektor Pallage auf Nachfrage und unterstrich, dass zahlreiche Forscher an der Uni am Kampf gegen das Covid-19 beteiligt sind, sei es bei der Entwicklung neuer Schutzvorrichtungen oder Medikamenten oder bei der Berechung von Ausbreitungsmodellen.LJ


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