LUXEMBURG
NORA SCHLEICH

Mit „Reggae Rescue“ stellen „The Disliked“ ihr neues Album vor - am 31. Mai in der Kulturfabrik

Auch nach 17 Jahren dürfen sich die Fans von „The Disliked“ auf neue Sounds freuen. Cédric Metz, Raphael Dumont, Laurent Biver, Ben Nilles, John Wolter und Jean Hommel werden nach drei Jahren eifriger Arbeit ihr neues Album „Reggae Rescue“ rausbringen. Soundmäßig bleibt die Ska-Band sich im Kern zwar treu, verpackt die sozialkritischen Songs aber diesmal in tanzbare Reggae-Vibes. Inwiefern Reggae die Gesellschaft retten kann und was es mit dem neuen Album sonst noch auf sich hat, verrät uns Gitarrist Cédric Metz im Interview.

Hat man nach 17 Jahren Bandgeschichte eigentlich noch genug Luft für neue Ideen?

CEDRIC METZ Oh, auf jeden Fall. 2002 haben wir als Schüler-Punkband im Keller angefangen, da waren wir vielleicht 14 oder 15. Über die Jahre hinweg sind immer wieder neue Mitglieder dazugekommen, sodass die momentane Konstellation eigentlich auch eine ganz andere ist, als die zu Beginn. Die Musik konnte sich dadurch auch immer weiterentwickeln, es kamen neue Einflüsse dazu, es wurde professioneller und die Instrumente haben auch gewechselt. Bei Ska waren etwa deutlich mehr Blasinstrumente dabei. Nach und nach findet man raus, was man will und was einem Spaß macht. Es wurde nun einfach Zeit für etwas Neues, und unser Tontechniker war überzeugt: Wir brauchen ein Reggae-Album.

Wo siehst Du die primären Unterschiede zwischen den beiden Musikstilen?

CEDRIC Reggae ist viel gemütlicher. Beim Ska geht es vorwiegend um schnelle Rhythmen, Bewegung und Pogo im Publikum. Das passte damals zu einer ereignisreichen Zeit unseres Lebens. Reggae ist wesentlich melodiöser und gesetzter. Wir selbst haben alle eine neue Lebensphase erreicht und sind auch ruhiger geworden, als wir das noch zu Unizeiten waren. Die Perspektive auf das Selbst hat sich geändert, was sich natürlich auch in der Musik widerspiegelt. Aber eine Liveband waren wir noch immer und sind dies auch nach wie vor, diese Energie ist stets die gleiche.

Inwiefern hat diese neue Perspektive auf die Arbeit an „Reggae Rescue“ gewirkt?

CEDRIC Wir haben uns diesmal mehr Zeit genommen, um Texte zu schreiben. Natürlich sind diese immer noch sozialkritisch, jedoch versuchen wir mir „Reggae Rescue“ eine stärkere Botschaft an die Gesellschaft zu senden. In „Reggae Rescue“ geht es um die Interpretation des Lebensstils, die Schnelllebigkeit und die Konsumgesellschaft. Mit Reggae als Antwort soll sich eine gewisse Gemütlichkeit herstellen lassen, die zum Zurücklehnen und Durchatmen einlädt.

Vor dem Albumrelease veröffentlicht Ihr jeden Monat einen neuen Song, was hat es mit diesen Hors d’Oeuvres auf sich?

CEDRIC Mitte März kam mit „Possessed“ ein Song raus, der eher das breite Publikum anspricht und auch radiotauglich ist. Er bricht komplett mit unserer üblichen Linie und stellt darauf ein, dass wir Lust auf etwas ganz Neues hatten. Am 15. April erscheint „Money“, dieses Stück klingt sehr catchy und bringt in einem einfachen Refrain die Message deutlich rüber: „We don’t chase that money, to be happy“. Hierzu werden wir auch einen Videoclip releasen. Kurz vor der Albumrelease kommt noch „Always on the Run“ raus. Ich schätze, dass wir hiermit einen neuen, uns auszeichnenden Livesong geschaffen haben. Mit den drei Songs wollten wir auf die verschiedenen neuen Facetten hinweisen, die wir in unserem neuen Album bündeln.

Wie hat sich der Videodreh zu „Money“ gestaltet?

CEDRIC Wir haben unter anderem mit einer ganzen Crew um Tun Tonnar und Fabien Spaus am Videodreh gearbeitet. Mit Konstantin Rommelfangen war sogar ein richtiger Schauspieler dabei. Es geht um einen Banker, dem verschiedene Ereignisse einen nicht ganz alltäglichen Feierabend bescheren. Die Band ist stets als Schaufensterpuppen begleitend mit dabei.

Für das neue Album habt Ihr euch gut drei Jahre Zeit genommen, wie ging es voran?

CEDRIC Wir waren zweimal im Sommer in Frankreich, um dort Konzerte zu spielen. Ich denke, dass der Reggaeflair spezifisch dort wirkend wurde - am Strand zu chillen war schon sehr entspannend. Unserem Produzenten Charel Stoltz haben wir die ersten Demos gezeigt, die wir in der Zeit in Frankreich entstanden sind. Mit ihm haben wir die Songs noch einmal auseinandergenommen und optimiert. Über ein ganzes Jahr lang haben wir daran gearbeitet, bis wir mit Charel Stoltz und Tom Gatti nach Belgien gefahren sind, um dort mit den Studioaufnahmen zu beginnen. Zwei Wochen lang haben wir dort an Sound und Atmosphäre gearbeitet, wobei wir uns vorwiegend auf analoge Aufnahmen konzentriert haben, sodass das Album sehr organisch klingt.

Wie überrascht Ihr die Fans am 31. Mai in der Kulturfabrik in Esch?

CEDRIC Wir werden ein recht langes Set spielen, auch mit Songs die ihren Entstehungsprozess in den letzten 17 Jahren fanden. Natürlich wird der Fokus auf „Reggae Rescue“ liegen. Als Vorband steht die luxemburgische Reggaeband „The Vibes“ auf der Bühne. Unserem Beleuchtungstechniker haben wir auch eine große Licht-Show zu verdanken, die wir in Esch erstmals zeigen werden. Es wird auf jeden Fall ein cooler Abend werden, ein cooler Reggae-Abend!

Weitere Infos findet man unter: http//www.thedisliked.com oder auf ihrer Facebook-Seite „The Disliked“