CLAUDE KARGER

Seitdem bekannt ist, wie die Regierung die Arbeitszeitregelung reformieren will, geht es Schlag auf Schlag zwischen Patronats- und Gewerkschaftsvertretern sowie Arbeitsminister Schmit. Am Samstag hatte dessen Namens- aber offenbar bei weitem nicht Gesinnungsvetter von der Handwerkerföderation im Soziokulturellen Rundfunk zu einem Rundumschlag gegen der Dreierkoalition neue Regelung ausgeholt, die, statt mehr Flexibilität bei der Arbeitsorganisation zu bringen, sei wie „e Costume, an deem d’Betriber sech net méi beweege kënnen“. In RTL-Radio schoss der Minister gestern morgen zurück und zeigte sich entrüstete wie „Patronatsfunktionäre mit der Regierung“ umgehen würden und so täten, als hätten die Minister von Tuten und Blasen keine Ahnung. „D’Regirung si keng Hampelmänner“, meinte Nico Schmit und lehnte Änderungen am Text ab. Zu dem Zeitpunkt hatte er sicher bereits das OGBL-„Tageblatt“ gelesen, dessen Leitartikler festhielt, „dass aus den posaunenden Herolden des freien Unternehmertums beleidigte Trompeter auf Kindertröten geworden sind“. Uns dünkt, in dem Dossier wird noch schrecklich viel und laut in die Angriffshörner geblasen. Ob sich die Kontrahenten irgendwann am Biertisch treffen werden? Zu diesem Zeitpunkt ist nichts weniger sicher.