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Ein Jahr lang simulieren sechs Wissenschaftler in der Abgeschiedenheit auf einem Vulkan in Hawaii das Leben auf dem Mars - und stehen nun kurz vor dem Ende des Projekts. Am 28. August dürfen die Forscher ihre Kuppel auf dem Berg Mauna Loa verlassen. Wie das Blatt „Hawaii Tribune-Herald“ am Wochenende berichtete, darf sich das Team von seiner Behausung allenfalls in Raumanzügen wegbewegen. Zudem muss es mit begrenzten Ressourcen auskommen, forschen und nebenbei zwischenmenschliche Konflikte vermeiden. Ihre Kommunikation mit der Zentrale wird um 20 Minuten verzögert - ganz so wie es bei der Nachrichtenübertragung vom Mars wäre.

Die Simulation sei die zweitlängste ihrer Art nach einer 520 Tage währenden Mission in Russland, sagte Kim Binsted, Chefinspekteurin der zuständigen Forschungseinrichtung in Hawaii. Dem Forschungsteam gehe es soweit man sagen könne gut. Ähnliche Simulationen in der Kuppel auf Mauna Loa hatten vier bis acht Monate gedauert. Das vulkanische Erdreich ähnelt dem Boden, der auf dem Mars vorzufinden ist. Die Höhenlage von Mauna Loa bringt auch mit sich, dass dort kaum Pflanzen wachsen. Finanziert wird das Projekt von der US-Weltraumbehörde Nasa, für die Umsetzung sorgt die Universität von Hawaii.

Wenn ihr Eremiten-Dasein vorbei ist, haben die Wissenschaftler wieder Zugang zu frischen Produkten und Lebensmitteln, die es in der Kuppel nicht gab. Außerdem könnten sie es kaum erwarten, ins Meer zu gehen, sagte Binstead. „Ich denke, sie werden es auch genießen, ein Bier zu trinken.“ Im kommenden Januar wird jedoch wieder weitergeforscht. Dann startet eine achtmonatige Mars-Simulation.