LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Bauernzentrale fühlt sich von RTL-Magazin verunglimpft

Wieder einmal scheint das RTL-Fernsehmagazin „De Nol op de Kapp“ eine ganze Berufsgruppe vor den „Kapp“ gestoßen zu haben. Mit außerordentlicher Vehemenz protestiert die Bauernzentrale (Centrale Paysanne) zunächst gegen denn Tenor eines Berichtes vom 18. Mai, in dem es wohl vornehmlich um Bauschuttdeponien ging. Im Rahmen dessen aber auch Probleme wie Massentierhaltungen und Zerstörung von Landschaftsschutzgebieten angesprochen wurde.

Eine Reportage vom 25. Mai bringt die Landwirte vollends auf die Barrikaden: In der Pressemitteilung heißt es:

„…RTL-Reporter erachtete es als notwendig, in seiner Reportage vom vergangenen 25. Mai, nochmals mit gleichen unsachgemäßen Schlagwörtern gegen die Landwirtschaft vorzugehen, indem er gleich mehrfach von Massentierhaltung, von Verschandelung der Landschaft und industrieähnlichen Bauernhöfen in der Grünzone sprach.

Es stellt sich die berechtigte Frage, ob in den in dieser Reportage zur Landwirtschaft getätigten Aussagen Unwissenheit oder aber Argwohn und Böswilligkeit vorherrschen?

Bei besagter Aussiedlung handelt es sich um einen Stall für etwa 80 Milchkühe und 130 Jungtiere, wobei die Betriebsgebäude auf das notwendige Minimum beschränkt bleiben, so dass von industrieähnlicher Anlage wahrlich nicht die Rede sein kann…“

Fabulieren und Zerrbilder

Im Weiteren wird „fabulieren“ und „Zerrbildern“ um Stimmung zu machen. Besonders erregt ist man in der Bauernzentrale wohl über den vom Magazin verwendeten Begriff Massentierhaltung. Wörtlich heißt es: „Ob 20, 200 oder 1.000 Tiere: Die Landwirte sind an das Einhalten strikter Vorgaben beim Stallbau in Bezug auf den für jedes Tier verfügbaren Platz, in Bezug auf Einrichtungen, Belüftung, Helligkeit, Güllelager, Abwasser und...und...und ... gehalten, und selbst eingefleischte Tierschützer werden heute kaum noch behaupten, dass das Tierwohlsein von der Zahl der gehaltenen Tiere abhängig ist.“ Wobei anzumerken bleibt, dass die Formulierung „eingefleischte Tierschützer“ von Humor zeugt.

Dem RTL-Reporter wird vorgeworfen, die Baugenehmigung des Aussiedlerhofes als subjektive Einzelgenehmigung des Mamer Bürgermeisters dargestellt zu haben. Er unterschlage „…, dass der Bau von landwirtschaftlichen Betriebsgebäuden in der Grünzone an erster Stelle in die Zuständigkeit des Umweltministeriums fällt?!

Und warum erwähnt er mit keinem Wort, dass das Umweltministerium im einschlägigen Fall dem Betrieb sämtliche für den Bau des Stalles erforderlichen Genehmigungen ausgestellt hat, wobei jedermann weiß, dass solche Genehmigungen beileibe nicht wie warme Semmeln ausgeteilt werden?!“

Der Bauer als Störfaktor

Nach Auffassung der Bauernzentrale betrachtet der RTL-Reporter den Aussiedlerhof als „Störfaktor“, so werde „auch der Landwirtschaft quasi das Recht abgesprochen wird, sich weiterzuentwickeln.“

Man darf auf die Replik des Senders gespannt sein.