PASCAL STEINWACHS

Nun könnte sich die Ernennung des Juncker-Nachfolgers als Eurogruppenchef also doch noch einmal hinziehen, hat Frankreich doch Vorbehalte gegen die zu schnelle Postenvergabe an Jeroen Dijsselbloem geäußert. Nicht etwa, weil bis vor wenigen Tagen noch nie einer etwas von diesem Wesen mit dem unaussprechlichen Namen gehört hatte (der Mann ist immerhin schon zweieinhalb Monate holländischer Finanzminister und somit für den Eurogruppenchefposten voll qualifiziert), sondern weil Paris sich mit seiner Verzögerungstaktik eigene Vorteile verspricht. Der unaussprechliche Namen weilt heute übrigens zum Mittagessen beim Noch-Eurogruppenchef Juncker, und der lehnt jeden neuen Zeitplan kategorisch ab.

Viel Zeit zum Plaudern hat Juncker sowieso nicht, wird er am Nachmittag doch schon zu einem Kurzbesuch in Liechtenstein erwartet, wo er mit seinem fürstentümlichen Counterpart Klaus Tschütscher zusammenkommt. Dieser ist laut „Liechtensteiner Vaterland“ schon ganz begeistert: „Luxemburg ist ein Vorbild für Liechtenstein, wie ein Kleinstaat im europäischen Kontext auftreten sollte“. Das Pressebriefing im Anschluss an den Regierungsrat fällt damit ausnahmsweise aus...