LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Neues Kurs- und Workshopangebot von Omega 90: „Trilogie zum Lebensende“

Das Ende ist zwar immer noch ein Tabu, aber etwas weniger als noch vor einigen Jahren. Das ist das Verdienst Organisationen wie Omega 90, die nicht nur für eine angemessene Begleitung von Sterbenden sorgen, sondern auch unermüdlich über den Tod und vor allem über den Umgang mit totgeweihten Menschen aufklären. Es ist in einer Gesellschaft die das Ende, den Tod, seit langem verdrängt hat, eine Herkulesaufgabe, die Menschen wieder damit vertraut zu machen.

Am Samstag ist Welthospiztag

Vergangene Woche stellte Omega 90 in den neuen Geschäftsräumen (2, rue de Chiny, L-1334 Luxembourg) anlässlich des „World hospice and palliative care Day“, der alljährlich am zweiten Samstag im Oktober begangen wird, ein Programm unter dem Titel „Trilogie zum Lebensende“ vor.  Das internationale Motto des Welthospiztag 2020 lautet „my care, my rights“.

Omega 90 wendet sich mit dem Programm an „Bürger und Bürgerinnen“, also an Laien, um ihnen zu helfen, mit anderen den letzten Weg zu gehen. Die „Trilogie zum Lebensende“ umfasst einen Ausbildungskurs und zwei Workshops.

Was tun?

Der Kurs liefert alle wichtigen Informationen zu Tod und Sterben: Was ist Palliativ-Pflege? Wie sieht die letzte Hilfe, die letzte Begleitung aus? Wie kommuniziert man mit Sterbenden, wie geht man mit ihnen um – und wie hält man selbst die Situation aus? Es geht um den letzten Willen, um die Frage der Patientenverfügung, um das Planen der Pflege „advanced care planing“. Was will der Sterbende letztendlich, was hat er veranlasst? Eine Möglichkeit, das mitzuteilen, sind die „Omega-Kärtchen“ in Scheckkartengröße, die in jede Brieftasche passen, auf denen man seine wichtigsten Notfallkontakte und Verfügungen angegeben kann.

Uraltes Wissen verloren

„Wir fühlen uns oft hilflos angesichts des Todes eines uns nahestehenden Menschen, sei es ein Familienmitglied, ein Freund oder ein Nachbar“, erklärt Nicole Weis-Liefgen, Direktorin von Omega 90. „Im Laufe der letzten Jahrzehnte ist das uralte Know-how der Sterbebegleitung allmählich verschwunden. Wir wollen den Menschen das Vertrauen geben, mit einer solchen Situation fertig zu werden.“

Kurs- und Workshop-Programm „Trilogie zum Lebensende“

„Lescht Hëllef“ – Dabei geht es darum, dass sich Interessierte mit den Mitarbeitern von Omega 90 und mit anderen Personen austauschen und Informationen über das Ende des Lebens und den Tod erhalten. (Ein Programm von zweimal drei Stunden).

„Lescht Begleedung“: Wie betreut und begleitet man einen  schwerkranken Menschen zu Hause oder in einer Einrichtung? Ein Fall, der viele Fragen aufwirft: Wie steht es mit der Wahrheit? Wie geht man mit Emotionen um? Welche Rechte hat wer? Welche Unterstützung gibt es? Was können wir tun, um die Lebensumstände des Betroffenen zu verbessern? All diese Fragen werden mit Omega-Mitarbeitern  und anderen Menschen, die sich in einer ähnlichen Betreuungssituation befinden, diskutiert. (Dauer: Drei Stunden).

„Leschte Wëllen“: Über das Ende seines Lebens nachzudenken, ist nicht einfach. Es ist aber wichtig, mit sich selbst im Reinen zu sein und darüber mit nahestehenden Menschen sprechen zu können. Über das Thema sollen sich die Teilnehmer mit Omega und anderen Interessierten austauschen – nicht zuletzt, um das Festhalten der Wünsche für das eigene Lebensende vorzubereiten (Dauer: Drei Stunden).

Omega 90 will bei dem Ausbildungsprogramm „Trilogie zum Lebensende“ eng mit den Kommunen zusammenarbeiten, um so viele interessierte Bürger wie möglich zu erreichen. Vor der Covid-Krise habe das schon hervorragend mit der Stadt Differdingen geklappt, der nächste Ansprechpartner zur Verbreitung des Programms soll der Städte- und Gemeindebund SYVICOL sein. Alle Informationen und auch die Möglichkeit zur Einschreibung finden sich auf der Webseite von Omega 90.

Omega 90 ruht auf vier Säulen: Der Ausbildung, der Beratung und der Arbeit von 70 freiwilligen Sterbegleitern und als viertes auf dem eigenen Hospiz, dem Haus Omega in Hamm.

www.omega90.lu