DÜDELINGEN
SIMONE MOLITOR

John Rech übernimmt am 1. März im opderschmelz - Programm bis Juli vorgestellt

Es war eigentlich nur noch eine Formsache, dass nämlich John Rech im Düdelinger Kulturzentrum opderschmelz auf Danielle Igniti folgen würde, war bereits bei der letzten Pressekonferenz im September ein Thema. Nun ist es also offiziell. John Rech wird ab dem 1. März definitiv übernehmen. Obwohl Igniti eigentlich bis dahin noch im Amt ist, hatte sie es am Dienstag vorgezogen, ihrem Nachfolger und dem restlichen, teils erneuertem Team die Programmvorstellung der nächsten Monate vor der Presse zu überlassen. Beide haben dieses Programm aber noch als Tandem ausgearbeitet, es trägt demnach nicht die alleinige Handschrift des neuen Leiters, wie mehrfach betont wurde. Vorerst wird nämlich auf Kontinuität gesetzt. Es ist aber nicht auszuschließen, dass es in Zukunft zu gewissen Änderungen kommt, immerhin hat Rech einen anderen musikalischen Background. Als Kopf der Folk-Band „Dreamcatcher“ und Programmkoordinator der „Fête de la Musique“ sowie des Zeltik-Festivals in Düdelingen hat er sich längst einen Namen gemacht. Im opderschmelz arbeitet er seit mehreren Jahren.

Erweitertes Team

„Das Programm setzt weiter auf Qualität und schreibt sich in die Kontinuität ein“, versprach am Dienstag Bürgermeister Dan Biancalana, während Kulturschöffe Loris Spina Rech als „neuen Kapitän auf dem Kulturflaggschiff opderschmelz“ vorstellte. Patricia Jochheim, die bislang eher im administrativen Bereich tätig war, wird künftig an der Programmgestaltung mitarbeiten. Das Team war bekanntlich 2018 bereits um Edmée Dopfeld und Marlène Kreins erweitert worden. Letztere wird übrigens nach Ignitis Weggang auch für die beiden Düdelinger Galerien „Dominique Lang“ und „Nei Liicht“ zuständig sein. Die erste Expo widmet sich im Februar den Sammlungen der Stadt Düdelingen.

Rech selbst ging, wie das Anfang des Jahres meist üblich ist, erst einmal auf die letztjährigen Statistiken ein. Das opderschmelz war an 300 Tagen geöffnet, wovon 180 für Produktionen und Veranstaltungen - 80 Prozent waren kultureller Art - reserviert waren. Insgesamt konnten rund 15.000 Besucher gezählt werden (Festivals nicht eingerechnet).

„Die Qualität ist uns bei der Programmgestaltung nach wie vor wichtig. Davon abgesehen, bauen wir auf dem auf, was in den letzten 25 Jahren hier passiert ist. Wir machen ja in Düdelingen schon länger Kultur, als es das Kulturhaus gibt“, bemerkte der Direktor in spe. „Kultur soll nicht nur Entertainment sein, sondern auch eine Herausforderung für das Publikum. Gleichzeitig soll es auch eine Einladung sein, um neue Sachen zu entdecken“, so Rech weiter.

„Jazz war in diesem Haus immer eine der Stärken und bleibt auch einer der Hauptpunkte“, stellte er in Aussicht. Wer also befürchtet hatte, dass Rech jetzt eher auf seinen persönlichen Musikgeschmack setzt, dürfte vorerst beruhigt sein. Andere Musikrichtungen kommen in den nächsten Monaten aber nicht zu kurz. So gibt am 13. März etwa der legendäre Schlagzeuger der Erfolgsband Deep Purple, Ian Paice, mit „Pur.pendicular“ ein Konzert. Am 5. Februar steht derweil mit Bassekou Kouyaté - er kommt mit seiner groovigen Band „Ngoni ba“ - bereits ein ganz Großer im Bereich Worldmusic auf der Bühne. Die Sängerin und Songwriterin Sitta stellt am 3. April ihre erste Solo-Platte „Part of me“ vor. Ihren Stil beschreibt sie selbst als „urban Soul with Persian spice“.

Viel Wert wird auch weiterhin darauf gelegt, Luxemburger Künstlern eine Plattform zu bieten. Rund ein Drittel des Budgets wird für sie freigesetzt. Drei Künstlerresidenzen wurden bereits bestätigt: Marly Marques, Catherine Elsen und Pascal Schumacher werden in dem Düdelinger Haus an ihren jeweiligen Produktionen arbeiten.

Jazz bleibt eine der Stärken

Mit einer CD-Vorstellung im Jazzbereich geht es gleich am 24. Januar los: Das Quartett „The Sigurdur Flosason Delux Project“, dem der namengebende isländische Saxofonist Sigurdur Flosason sowie die drei bekannten luxemburgischen Jazzmusiker Michel Reis, Jeff Herr und Marc Demuth angehören, wird sein erstes Werk präsentieren, das indes im opderschmelz aufgenommen wurde. Am 1. Februar wird zu einer weiteren Album-Release geladen: Auch das luxemburgische „Michel Meis 4tet“ wird seinen Erstling „Lost in Translation“ vorstellen. Jazz-Liebhaber dürfen sich zudem auf den 9. Februar freuen, wenn ein „Jazz Evening in two parts“ auf dem Spielplan steht: Das europäische Projekt „Criss Cross Europe“ mit unter anderem dem Luxemburger Pol Belardi, wird in Düdelingen gastieren. Den zweiten Teil übernimmt dann das „Bojan Z & Modern Times Quartett“. Unbedingt erwähnenswert sind zwei Konzerte am 29. April: Die israelische Posaunistin und Komponistin Reut Regev ist mit ihrem Bandprojekt „R*Time“ und ihrem neuen Album „Keep Winning“ zu Gast, während die Saarbrücker Posaunistin Alisa Klein mit ihrer Band „Kleinkram“ auftritt.

Was den Bereich Bühnenkunst anbelangt, so darf man besonders auf die multidisziplinäre Performerin Catherine Elsen und ihre One-Woman-Show „Love, Death and Polar Bears“ gespannt sein (1. und 2. April). Am 14. Februar werden derweil bereits Jhemp Hoscheit und Julien Arpetti mit ihrem Kabarett-Programm „Märd Alors!!!“ für die nötigen Lacher sorgen, während sich „Roulez Jeunesse“ am 26. und 27. Februar an ein jugendliches Publikum richtet.

Das ganze Programm unter www.opderschmelz.lu