LUXEMBURG
INGO ZWANK

Neue Verkehrsregeln, die vor allem Radfahrern zugute kommen

Fußgänger und Radfahrer müssen im laufenden Verkehr besser geschützt werden! „Sie müssen im Rahmen der Straßenverkehrsordnung stärker berücksichtigt werden“, präzisierte gestern der zuständige Minister François Bausch. „Denn vor allem Ende letzten Jahres gab es diesbezüglich viele Un- und Zwischenfälle“, sagte er.

Im Rahmen einer Studie, einer sogenannten „Benchmark“, die vom MDDI in Auftrag gegeben wurde und die die verkehrsrechtliche Situation für Fußgängern und Radfahrern unter anderem in Deutschland, Frankreich, Belgien oder auch Spanien verglichen hat, kommt zu dem Ergebnis, dass die Gesetzeslage in Luxemburg angepasst werden muss. So wurden einige Änderungen ins Auge gefasst, die ab dem 1. Mai in Kraft treten werden. So sollen Anpassungen zwischen Fußgänger- und Radfahrwegen bezüglich des Überquerens erfolgen. Hierbei handelt es sich quasi mehr oder weniger um bauliche Maßnahmen und eine Kennzeichnung des Weges.

1,5 Meter Abstand beim Überholen

Wenn ein Radfahrer überholt wird, muss mindestens ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Dies sei der aktuellen Gesetzeslage wie in Frankreich, Deutschland oder auch Spanien angepasst. Unter anderem dürfen nun Kinder bis zwölf Jahre mit ihrem Rad auf dem Fußgängerweg fahren, bisher war dies nur bis zum 10. Lebensjahr erlaubt. Begleitende Personen dürfen dann hier auch auf dem Bürgersteig fahren.

Auch dürfen Radfahrer nun nebeneinander fahren, aber maximal zwei, dies auch im Hinblick auf die Verkürzung des Überholwegs von Radkolonnen. „Dies ist kein Problem, denn es muss ja der 1,5-Meter-Abstand eingehalten werden“, sagte Bausch. Diesen Abstand hatte Luxemburg bisher nicht aufgeführt, „und dies war eine Angst bei den Radfahrern“, sagte Bausch.

Auch werden neue Schilder bezüglich Fußgängern und Radfahrern aufgenommen. „Hier geht es vor allem um die Nutzungsrechte“, präzisierte Bausch. Diese Schilder sollen quadratisch werden. „Bisher sind sie rund“, wodurch Radfahrer beispielsweise gezwungen werden, bestimmte Wege zu nutzen. Doch nun bekommen Radfahrer die Möglichkeit, vielleicht aufgrund ihrer Geschwindigkeit oder der Nutzung der Ebikes weiterhin auf der Straße zu bleiben. Absolut neu im Rahmen eines Pilotprojektes werden an Ampelanlagen „Vorfahrtberechtigungen für Radfahrer“ eingerichtet, die sie berechtigt, in der vorgegebenen Fahrtrichtung rote Ampeln zu ignorieren, vergleichbar dem „grünen Pfeil“ an Ampeln in Deutschland. „Frankreich oder auch Belgien haben dies bereits aufgenommen“, erklärte Bausch. Mit entsprechenden Kampagnen soll dies natürlich allen Verkehrsteilnehmern vermittelt werden.

Die „Rue cyclable“, die Fahrradstraße, wurde nun genau definiert. Hier ist die Geschwindigkeit auf 30 km/h festgelegt. Diese Fahrradstraße ist dann auch nur für Anlieger zugänglich, „das Auto ist hier nur geduldet“, sagte Bausch. Vor allem im ländlichen Raum soll dies genutzt werden, um hier dem Rad mehr Priorität einzuräumen. Ein weiteres Schild, das der Sackgasse, soll angepasst werden, in der Form, „dass ein Zusatz kommen soll, der zeigt, dass hier Fußgänger und/oder Radfahrer aber durchkommen.“

Ferner soll die Ausrüstung der Räder modifiziert werden, der „gelbe Aufkleber, der bisher vorgeschrieben war auf dem Schutzblech, muss nun nicht mehr vorhanden sein“, sagte Bausch.


Weitere Infos hierzu auch auf www.mddi.lu