LUXEMBURG
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Auch Motorradfahrer sind gefährdet - Automobilclubs warnen vor Unfällen

Wildunfälle machen europaweit etwa fünf Prozent aller Straßenverkehrsunfälle aus. Gerade jetzt im Herbst - bei eingeschränkten Lichtverhältnissen - sollten Autofahrer auch an Stellen, die nicht mit dem Warnschild „Wildwechsel“ gekennzeichnet sind, auf Rehe, Hirsche, Wildschweine und Hasen achten. Die Brunftzeit beim Rotwild sowie die Suche nach Futter und Unterschlupf für den Winter sorgen für vermehrte Tierbewegungen. Deshalb ist nicht nur in Gebieten, in denen mit Wildwechsel zu rechnen ist, erhöhte Aufmerksamkeit gefordert.

Die Kollision mit Rehen geht oft glimpflich aus

Kollisionen mit Rehen, Hirschen und Wildschweinen passieren dabei nicht nur mit Pkw und Lkw, auch Motorradfahrer sind davor nicht gefeit. Biker sind naturgemäß schlechter geschützt als Autofahrer. Umso wichtiger ist es nach Ansicht der Automobilclubs, dass sie in entsprechenden Gebieten defensiv und vorausschauend fahren. Grundsätzlich sind die Verhaltensregeln für Motorradfahrer die gleichen wie für Pkw-Fahrer. Der Fahrer sollte durch eine Vollbremsung so viel Geschwindigkeit wie möglich abbauen. ABS und vor allem das schräglagentaugliche ABS helfen dabei die Kontrolle über das Motorrad zu behalten. Die Kollision mit Rehen, die von allen Wildtieren am häufigsten in Unfälle verwickelt sind, geht oft glimpflich aus, da Rehe meist nur 20 bis 25 Kilo wiegen. Aber selbst bei einen Zusammenstoß mit einem Hirsch oder einem Wildschwein sind die Folgen eines Sturzes auf der Fahrbahn in der Regel geringer als ein Frontalaufprall mit dem Gegenverkehr oder einem Baum nach einem missglückten Ausweichmanöver.

Für alle Verkehrsteilnehmer gilt daher: Mit angepasster Geschwindigkeit, vorausschauend und vorsichtig fahren sowie immer ausreichend Abstand zum Vordermann halten. Taucht ein Reh am Straßenrand auf, sofort das Tempo reduzieren, denn ein Wildtier kommt meist nicht allein. Außerdem sollten Autofahrer wissen, dass Wild nicht immer auf dem kürzesten Weg flüchtet, sondern oft vor dem Fahrzeug her.

Spontane Ausweichreaktion

Stehen Tiere auf der Straße und herrscht kein Verkehr, dann bremsen, hupen und gegebenenfalls abblenden, damit das Wild einen Fluchtweg findet. Doch selbst Wildunfälle mit kleinerem Rehwild können für Fahrzeuginsassen schlimme Folgen haben - einfach deshalb, weil das plötzlich auf der Fahrbahn auftauchende Tier den Fahrer zu einer spontanen Ausweichreaktion verleiten kann. Damit verbunden ist das zwangsläufige Risiko, dass das Fahrzeug in den Gegenverkehr gerät oder ins Schleudern kommt. Schilder, welche vor Wildwechsel oder Treibjagden warnen, sollten in dieser Jahreszeit besonders ernst genommen werden. In den entsprechenden Straßenabschnitten muss der Fuß vom Gas genommen werden. Kommt es dennoch zu einem Wildunfall, müssen der Warnblinker eingeschaltet, die Polizei verständigt, das Warndreieck aufgestellt und gegebenenfalls Verletzte versorgt werden.

Übrigens: Wird der durch einen Wildunfall verursachte Schaden von der KFZ-Versicherung nicht übernommen, erhalten Autofahrer vom ACL - sofern sie Mitglied sind - für Wildschäden eine Beihilfe in Höhe von 500 Euro.