LUXEMBURG
SVEN WOHL

Wer dem „Orchestre Philharmonique du Luxembourg“ beitreten möchte, muss zeigen, was er oder sie kann

Ohne Musiker wäre die luxemburgische Philharmonie lediglich ein leerstehendes, wenn auch sehr hübsches Gebäude. Dank des „Orchestre Philharmonique du Luxembourg“ (OPL) füllen sich die Säle jedoch glücklicherweise mit Musik und damit auch mit Publikum. Das kostet natürlich auch einiges: 15.423.365 Euro sind im Budget für 2020 angesetzt, welche direkt dem Orchester zukommen. Der Löwenanteil wird hierbei für die Bezahlung des Personals verbraucht. Zeitgleich gibt es natürlich auch Einnahmen des OPLs, die sich dieses Jahr voraussichtlich auf 2.572.000 Euro belaufen. Hierbei wird auch der Ticketverkauf oder das Sponsoring berücksichtigt. Diese Zahlen veröffentlichte Kulturministerin Sam Tanson  in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der LSAP-Abgeordneten Simone Asselborn-Bintz.

Bis zu drei Runden

Wer der international bekannten Truppe beitreten möchte, muss dabei einige Hürden nehmen. Gleich drei Runden an Vorspielen sind vorgesehen. Die erste Prüfung kann dabei übersprungen werden, wenn man bereits bei einem Orchester Mitglied war und praktische Erfahrung hat. Alle anderen müssen hinter einem Wandschirm ein bestimmtes Programm vorspielen. Dabei muss sowohl ein vorgegebenes Stück als auch Auszüge eines Orchesters vorgespielt werden. Hierbei wird seitens der Jury mit gehobener Hand abgestimmt, wobei mindestens fünf Stimmen erhalten werden müssen, damit der Musiker in die nächste Runde kommt. Bei der zweiten Runde läuft es gleich ab, nur dass die Abstimmung geheim erfolgt und die Jury in zwei verschiedene Gruppen aufgeteilt wird. Am Ende muss hier der Kandidat mehr als die Hälfte der Stimmen erhalten. In der dritten Runde fällt der Wandschirm weg, während auch hier wieder in zwei Gruppen abgestimmt wird. Auch hier muss wieder die Mehrheit der Stimmen ergattert werden.