LUXEMBURG
MARCO MENG

Nachfrage nach Lizenzen für Alternative Investments steigt

Verwaltungsgesellschaften („sociétés de gestion/Management Companies“), von denen es in Luxemburg fast 300 gibt, steigerten im letzten Jahr ihre Geschäftstätigkeit um mehr als sieben Prozent. Das geht aus der gestern veröffentlichten Untersuchung „Observatory for Management Companies 2017 Barometer“ des Beratungsunternehmens PwC hervor. Wie PwC unterstreicht, sind das die besten zahlen, seit diese Untersuchung 2010 auf jährlicher Basis gestartet wurde. Rund zwanzig solcher Gesellschaften, die entweder eine Verwaltungszulassung für Publikumsfonds nach UCITS-Richtlinie, für Alternative Investmentsfonds (AIFM) oder beides haben, kamen letztes Jahr hinzu.

Ende 2016 zählten die UCITS-Verwaltungsgesellschaften mehr als 4.000 Mitarbeiter in Luxemburg und verwalteten 2.949 Milliarden Euro Aktiva. Beides Zahlen, die im Vergleich zu Dezember 2015 deutlich angestiegen sind. Insgesamt stieg die Beschäftigtenzahl in nur einem Jahr um 7, 2 Prozent, während das verwaltete Vermögen der Gesellschaften um 3,45 Prozent zunahm.

PwC weist in der Untersuchung darauf hin, dass bei den UCITS-Verwaltungsgesellschaften die Kosten gestiegen sind, während die Profite gleich blieben. Das zwinge die Gesellschaften zur Suche nach neuen Investmentmöglichkeiten.

Bemerkenswerte Entwicklung

Während letztes Jahr 20 neue Lizenzen zum Verwalten Alternativer Investments erteilt wurden, ging die Zahl von UCITS-Lizenzen um drei zurück. Das ist das erste Jahr, dass mehr AIFM-Lizenzen an Verwaltungsfirmen vergeben sind (220) als für UCITS-Publikumsfonds (201). Der Trend bei den Alternativen Investmentfonds sei eine diversifizierte Investmentstrategie mit einem Fokus auf Infrastruktur oder auch Immobilien.

Die meisten Verwaltungsfirmen für Publikumsfonds in Luxemburg haben ihren Ursprung in der Schweiz (20 Prozent), gefolgt von den USA (18 Prozent) und dem Vereinigten Königreich (16 Prozent).

Etwas anders sieht es bei „Management Companies“ für Alternative Investmentfonds aus, wo 26 Prozent aus Deutschland stammen, 18 Prozent aus der Schweiz und 14 Prozent aus den USA. Die meisten neuen Verwaltungsgesellschaften, die letztes Jahr hinzukamen, sind interessanterweise keine Ableger ausländischer Firmen, sondern luxemburgischen Ursprungs. Auch hier zeigt sich, dass nach der AIF-Direktive vor allem Lust auf Alternative Investments besteht, denn 15 der neuen Verwaltungsgesellschaften erhielten eine solche Lizenz, während nur vier eine UCITS-Lizenz anfragten. Bei den aus dem Ausland stammenden Verwaltungsgesellschaften sind es insbesondere französische Firmen, die verstärkt einen Zugang nach Luxemburg suchen.