LUXEMBURG
GILLES SCHREINER

Zwischenfazit der Sentinel-Jungs nach Einführung ihres Modelabels im März letzten Jahres

10, Kris Avenue: So lautet meine neue Adresse in der Metropole Sentinel City. Falls diese Stadt Neuland für Sie ist brauchen Sie sich nicht in Frage zu stellen, denn erstens ist diese Lokalität rein fiktiver Natur, zweitens ausschließlich Kunden vorbehalten, drittens sind die Kunden keine Kunden, sondern Bürger, sprich Citizens, viertens kommt alles anders und fünftens als man denkt. Wenn das nach Kauderwelsch klingt haben sie vermutlich Recht. Falls Sie dennoch Interesse an dem Konzept „Sentinel City“ haben, sollten Sie einfach einige Minuten weiterlesen. Kris, Chris, Charel und Lou: so lauten die Namen der Gründer der einzig wahren Streetwearmarke aus dem Großherzogtum. Die vier Jungunternehmer riefen „Sentinel City“ im März vergangenen Jahres ins Leben und haben mittlerweile ihre vierte Kollektion vorgestellt. Ein kleiner Rückblick auf die vergangenen Monate.

Aller Anfang ist schwer

„Ja, das Ganze ist schon eine zeitspielige Angelegenheit“, sind sich drei der vier Mitglieder im Klaren (Chris konnte während unseres Treffens nicht anwesend sein), „und um ehrlich zu sein, das große Geld haben wir noch nicht verdient“. Dass das Tellerwäscher-Millionär-Prinzip meist Hollywood-Produzenten vorbehalten ist, war von vornherein mit einkalkuliert: „Wir waren uns schon bewusst, dass es sehr schwierig sein wird, den Markt so zu erobern, um gleich vier hungrige Mäuler stopfen zu können“. Die Nachfrage hierzulande ist nicht so enorm, dass man problemlos davon leben könnte, viele zieht es seit Jahren zum Shoppen eh in die benachbarte Grenzregion, der Einfluss ausländischer Trendlabels scheint übermächtig.

Durchbruch Mitte 2014

Zufrieden sind die Sentinels dennoch mit dem bisher Erreichten. „Wir dachten uns einfach: Hey, warum müssen es immer ausländische Toplabels sein. Lasst uns doch einfach eine einheimische Modemarke ins Leben rufen“. Bereits vier Kollektionen wurden seit März vergangenen Jahres vorgestellt, besonders jene diesen Sommers wusste bei der Klientel zu überzeugen. „Es gibt einem schon ein Gefühl innerer Zufriedenheit, wenn man auf der Straße Leute in von uns entworfenen Kleidern sieht“, so Kris, der zuständig für die Fotos ist.

Evolution

Die vier Unternehmer sind ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen. „Wir verfolgen aktuelle Trends, sammeln ständig neue Ideen und wollen die Marke einfach nur weiterbringen“, so Charel. Seit geraumer Zeit profitieren die Vier von einer Bürofläche im 1535° in Differdingen und können weiter an ihren Kreationen arbeiten. In puncto Design werden die Entscheidungen zu viert getroffen, ansonsten hat jeder eine bestimmte interne Funktion und trägt seinen individuellen Teil zur Förderung von Sentinel City bei. Gewünschtes Zielpublikum? „Wir möchten jedermann erreichen, ob jung oder alt. Streetwear sollte nicht eingegrenzt werden“. Wer sich die Kreationen der lokalen Designer näher betrachten und bei gemütlichem Ambiente Teil der Citizen-Community werden möchte kann Anfang Dezember im hauptstädtischen „Stitch“ vorbeischauen.

Weitere Infos zur Trendmarke finden Sie auf www.sentinelcity.com oder www.facebook.com/SentinelCity