WASHINGTON
AP

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat am Donnerstag (Ortszeit) einer erneuten finanziellen Hilfe für Griechenland zugestimmt. Das Land werde rund 1,8 Milliarden Dollar (etwa 1,54 Milliarden Euro) erhalten, wenn es zuvor gemeinsam mit anderen europäischen Ländern am Abbau des Schuldenbergs arbeite, indem die Geldgeber beispielsweise die Zinsen auf das geliehene Geld senken. Der IWF lobte Griechenland für die bisherigen Sparmaßnahmen, darunter auch Kürzungen bei den Pensionen.

Das zuständige IWF-Gremiun drängte jedoch auch Griechenlands Geldgeber aus der Eurozone, dem schuldengeplagten Land genug Entlastung zu geben, damit es seine Rechnungen bezahlen kann. IWF-Chefin Christine Lagarde erwartete nach eigener Aussage einen Plan von Griechenland und seinen europäischen Partnern, um die Schuldentragfähigkeit wiederherzustellen. Vorgaben verbieten, dass die Staatsschulden direkt gekürzt werden.

Aber Kreditgeber können die Zinsen verringern oder dem Land mehr Zeit gebe, um die Schulden auszugleichen. Wenn dazu ein Abkommen gefunden wird, möchte auch der IWF die Rettungsaktion erneut unterstützen. Der Kredit des IWF würde es Griechenland erschweren, Anleihen abzuschließen, zudem wäre es dem Land damit verboten, seine Staatsschulden zu erhöhen.

Griechenland hatte den Zugang zum Anleihenmarkt 2010 wegen hoher Zinsen verloren. 2014 kam Athen kurzzeitig mit einer Anleihe zurück, im darauffolgenden Jahren erhielt es jedoch nochmals eine finanzielle Unterstützung. Das derzeitige Rettungspaket, das von anderen Ländern der Eurozone finanziert und mithilfe des IWF beaufsichtigt wird, endet in einem Jahr.

Vor rund zwei Wochen hatte die Europäische Union Griechenland nach acht Jahren der Sparpolitik bescheinigt, dass sein Haushalt nicht länger gegen EU-Richtlinien verstößt. Die EU-Kommission empfahl, das Defizitverfahren gegen Griechenland einzustellen, nachdem das klamme Land mit jahrelangen Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen deutliche Verbesserungen beim Staatshaushalt erreicht hatte.

Die griechische Haushaltskrise war 2009 bekannt geworden, als Statistiken gezeigt hatten, dass der Staatshaushalt des Landes weitaus schlechter dastand als gedacht. Griechenlands Haushaltsdefizit wurde plötzlich auf knapp 15 Prozent des Bruttoinlandsproduktes angehoben. Das EU-Limit liegt bei drei Prozent.

Das Vertrauen in Griechenland sank darauf rapide, weshalb sich das Land kein Geld mehr auf den Anleihenmärkten borgen konnte. Seit 2010 wird es mit internationalen Rettungspaketen vor dem Bankrott bewahrt. Im Gegenzug für das Geld haben die jeweiligen Regierungen in Athen nach und nach Sparmaßnahmen und Wirtschaftsreformen umgesetzt.