LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Wie viel Wärme in Fernwärmenetzen speist sich aus erneuerbaren Energien?

Wie heizt man am besten?  Den beiden Abgeordneten der „Gréng“ Semiray Ahmedova und Carlo Back ging es bei dieser Frage nicht um den heimischen Kamin oder die dortige Zentralheizung, sondern um die Nutzung von Fern- und Nahwärmenetzen. Beide Begriffe beschreiben dasselbe: Eine zentrale Heizanlage, von der aus ein Komplex  mehrerer Gebäude, etwa ein Campus (Nahwärmeheizung) versorgt wird. Versorgt die Anlage ein ganzes Stadtviertel, oft ein Blockheizkraftwerk, das Energie und Wärme liefert, spricht man von Fernwärme.

Die Abgeordneten weisen darauf hin, dass die zentralisierte Wärmeerzeugung rationeller und umweltfreundlicher als die dezentralisierte Produktion ist, außerdem können leichter erneuerbarer Energien genutzt werden. Konkret wollten beide nun von Energieminister Claude Turmes wissen, wie viel des nationalen Wärmebedarfs derzeit durch ein mit erneuerbaren Energien betriebenes Wärmenetz gedeckt wird und wie potenzielle Nutzer informiert werden.  Welche Maßnahmen werden ergriffen, um die Nutzung erneuerbarer Energien in Wärmenetzen auszuweiten?

Laut Energieminister Turmes  haben nach den von STATEC und ILR gesammelten Daten für 2018, sowohl kommunale als auch privatwirtschaftliche Wärmenetze eine Leistung von 447 GWh (Gigawattstunden) aus erneuerbaren Energiequellen geliefert, was etwa 3,5% des nationalen Wärmeverbrauch (2018: 12.830 GWh) pro Jahr entspricht. In diesen Fällen speiste sich die per Netz verteilte Wärme aus folgenden Quellen: 420 GWh stammten aus holzbefeuerten Heizwerken und 27 GWh aus Biogasanlagen.

Ein Wärmekataster kommt

In der Regel informieren die Gemeinden ihren Einwohnern über das Vorhandensein von Nah- und Fernwärmenetzen. Die Errichtung von Heizungsnetzen wird auch durch Investitionsbeihilfen gefördert, um den Anschluss an das Netz zu ermöglichen.

Das Ministeriums arbeitet an der Einrichtung eines Wärmekatasters, das - wie das Solarkataster - die Bürger über das Vorhandensein eines Wärmenetzes in ihrer Nähe informieren soll. Dieses Kataster soll es den Gemeinden auch ermöglichen, sich ein genaueres Bild der Entwicklungsmöglichkeiten von  Wärmenetzen zu machen.

Da die Kraft-Wärme-Kopplung die fossil befeuert wird, keine Förderung mehr erhält, haben private Betreiber begonnen, ihre gasbefeuerten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (BHKW), die dieses Tarifsystem verlassen, durch Anlagen zu ersetzen, die nun mit erneuerbaren Energiequellen betrieben werden. Die Maßnahmen zur Förderung der Nutzung erneuerbarer Energieanlagen bestehen aus Investitionsbeihilfen und eine Prämie für die Produktion von erneuerbarer Wärme.