PASCAL STEINWACHS

Getreu ihrer neuen editorialen Linie, und in Anspielung auf einen Wahlslogan der DP fragte sich die Erzbistumszeitung in ihrem gestrigen Leitartikel, ob Politik überhaupt eine Seele und ein Herz haben könne („Kann Politik überhaupt eine Seele haben? Hat sie ein Herz?“), aber das dürfte der Leitartikler wohl am ehesten bei seinem Verwaltungsratspräsidenten erfahren, dem ausgerechnet das „Luxemburger Wort“ im November 1999 nach Massenausweisungen von Asylsuchenden bescheinigt hatte, ein „kaltes Herz“ zu haben.

Dann befasste sich das Bistumsblatt aber auch mit den anstehenden Kommunalwahlen, und erinnerte daran, dass die Kandidaten während des „Wahlcamps“ (gemeint war wahrscheinlich Wahlkampf) keinen „Patt zum Beschten“ geben dürfen, ansonsten diesen Strafen bis zu 5.000 Euro drohen würden. Da müssten aber viele Strafen verhängt werden... Auch erfährt der Leser, dass, und wer hätte das gedacht, „beim gewaltsamen Eindringen ins Wahllokal unter Waffengewalt (...) bis zu zehn Jahre Haft“ drohen, demnach man seinen Colt am 8. Oktober also besser zu Hause lassen sollte. Und „gefälschte Stimmzettel“ und „mehrfaches Wählen“ ist anscheinend auch verboten. Politik hat tatsächlich kein Herz...