CLAUDE KARGER

Der bienenfleißigste „Wort“-Politredakteur wundert sich schwer, dass die Partei, von der 47 Prozent der wahlberechtigten RTL--„Wort“-Politmonitor-Teilnehmer meinen, sie würde den Ton in der Dreierkoalition angeben, ihr Schicksal mit ebenjener verbindet. Welche Überraschung aber auch! Als ob die DP nicht bei den letzten Parlamentswahlen angetreten wäre, um möglichst viel ihres Wahlprogramms in ein Regierungsprogramm einzubringen und - umzusetzen. In diesem Fall in einer nicht nach dem Senior-Junior-Muster funktionierenden Koalition, sondern in einer der Partner auf Augenhöhe. Die natürlich eine gemeinsame Politik zu verteidigen haben. „Die tatsächliche Bilanz von Blau-Rot-Grün wird erst zu ziehen sein, wenn man weiß, welche dieser Vorhaben auch zu wirklichen Reformerfolgen geführt haben“, gesteht das leicht wahlfiebrige „Wort“ der Dreierkoalition dann doch zu. Mindestens ein paar Monate haben die Koalitionäre ja noch, um ihre „vielen politischen Akzente“ zu konkretisieren. Der RTL-Chefansager macht sich derweil vielmehr Sorgen um die CSV und insbesondere um deren frühesten Spitzenkandidaten Claude W.: „Wann dee vu senger midder Trupp weider esou eleng do stoe gelooss gëtt, ass hien no 2 Joer tatsächlech vebraucht, ier et ënner Ëmstänn richteg lass gaangen ass“. Na, wenn die Opposition schon schlaucht...