„I Still Believe“ und „Escape from Pretoria“ basieren auf realen Ereignissen

Die Erwin Brothers, Andrew und Jon, fanden die erste Liebe von Songwriter Jeremy Camp zu Melissa Henning ganz apart und nahmen Camps biografisches Buch „I Still Believe“ als Vorlage zu ihrem gleichnamigen Film, ein Titel, der auf einem Song von Camp basiert.

Liebe auf den ersten Blick

Jeremy Camp (K. J. Apa, steht für Keneti James) verlässt das Elternhaus in Richtung einer evangelischen Universität in Kalifornien. Bei einem Konzert lernt er den Musiker Jean-Luc (Nathan Parsons) kennen und verliebt sich auf den ersten Blick in eine Zuschauerin, Melissa (Britt Robertson). Melissa ist allerdings mit Jean-Luc liiert, und so dauert es eine Zeit, ehe ihre gegenseitige Zuneigung Überhand nimmt. Dann erkrankt Melissa an einem Krebsleiden. Während eines Konzerts und einer Radiosendung bittet Jeremy alle Zuschauer und Zuhörer für sie zu beten, so dass Gott sie heilen möge. Das Wunder geschieht, und Melissas Krebs verschwindet aus ihrem Körper.

Diese Liebesgeschichte hat einen eindeutigen religiösen Einschlag, mit dem auch Atheisten leben können, weil die Art und Weise wie Melissa die Welt sieht schon etwas Originelles an sich hat. Es ist eine Ansicht, der kein bedingungsloser Glauben aufgesetzt wurde. Sie liebt das Universum und die Sterne, die man am besten auf hoher See beobachten kann. Und sie ist der Meinung, dass Gott ihr eine höhere Mission zugeteilt hat, wie das Leben auf der Erde. Sie kann nach ihrer Genesung Jeremy heiraten und die schönste Zeit ihres Lebens genießen. Zartbesaitete Zuschauer sollten nicht ohne Taschentücher ins Kino gehen, denn es gibt ein paar starke emotionale Szenen, wobei das Gespräch zwischen Jeremy und seinem Vater (Gary Sinise) ein aparter und wichtiger Moment ist. Übrigens spielt die Sängerin Shania Twain Jeremys Mutter.

Im Zeichen der Apartheid

Dem britischen Regisseur Francis Annan diente ebenfalls ein biografisches Buch, „Inside Out: Escape from Pretoria Prison“ von Tim Jenkin, als Vorlage für sein Drehbuch zu „Escape from Pretoria“. Tim Jenkin (Daniel Radcliffe) und Steven Lee (Daniel Webber) sind weiße Aktivisten in den Reihen des „African National Congress“ (ANC), eine Bewegung, die sich in Südafrika gegen die Apartheid einsetzt. 1978 werden sie verhaftet, weil sie Pamphlete für die Gleichberechtigung der weißen und schwarzen Bevölkerung durch kleine Explosionen in die Luft schossen. Sie werden verurteilt und im „Pretoria Central Prison“ eingesperrt. Tim hat die Idee, alle Schlüssel der Wächter zu kopieren und somit die Türen in die Freiheit zu öffnen. Er hat ein äußerst gutes Gedächtnis und auf Grund seiner Erinnerungen kann er die Schlüssel erst nachzeichnen und dann aus Holz anfertigen. Ein weiterer ANC-Aktivist, Denis Goldberg (Ian Hart), unterstützt die beiden Gefängnis-Neulinge, wird aber nicht mit ihnen fliehen, wie die meisten Insassen. Nur Leonard (Mark Leonard Winter) schließt sich Tim und Steven an. Nach ersten missglückten Versuchen gelingt schließlich 1979 die Flucht.

Ohne tiefgründige Ursachenforschung in Sachen Apartheid zu betreiben oder die Ursachen für den Einsatz von Tim und Steven näher zu analysieren, gelingt es dem Regisseur einen spannenden Film zu realisieren. Intensive Kameraeinstellungen und -fahrten sorgen dafür, dass der Zuschauer von den Ereignissen im Film gepackt wird. Harry Potter-Darsteller Daniel Radcliffe spielt einen glaubwürdigen Mann, der nicht vorhat, an einem Ort zu bleiben, wo die Menschenwürdigkeit regelrecht mit Füßen getreten werden.

Diese beiden sicher ungleichen Filme kann man sich diese Woche getrost ansehen.