ESCH/ALZETTE
PATRICK VERSALL

Erste Auflage des „Printemps Poétique transfrontalier“ vom 17. bis 27. März

Die werden arbeiten, die drei“, erklärt der Leiter der Kulturfabrik (KuFa), Serge Basso de Marche mit einem herzhaften Lachen. Gemeint sind die drei Lyrikerinnen Danièle Corre, Véronique Daine und Hélène Tyrtoff, die vom 17. bis 27. März mit ihren Manuskripten durch die Großregion ziehen werden, um Kontakte zu Lesern und Literaten zu knüpfen. „Printemps Poétique transfrontalier“ lautet der Name eines neuen, grenzübergreifenden Kulturprojektes, das gestern Morgen in der KuFa vorgestellt wurde und - so Basso de Marche - keine Eintagsfliege sein soll.

Moderne Künstlerresidenzen

Das Konzept ist so einfach wie genial: Die drei Literaten touren durch drei Länder und nehmen an Podiumsdiskussionen teil, lesen in Gymnasien oder Buchhandlungen aus ihren Werken oder leiten Schreibwerkstätten. Dabei verknüpfen sie die Literatur mit anderen Kunstrichtungen wie z.B. der Musik, indem sie sich bei ihren Lesungen von Künstlern wir André Mergenthaler begleiten lassen. Es handele sich nicht um eine Künstlerresidenz im eigentlichen Sinn, hieß es gestern in Esch/Alzette, und doch: Während zehn Tagen fokussieren sich die drei Schriftstellerinnen ausschließlich auf ihre literarischen Kreationen. Neue Werke können, müssen aber nicht zwangsläufig entstehen. Dass die Streifzüge quer durch die unterschiedlichen Regionen die Kreativität der Autorinnen beflügeln werden, darf angenommen werden.

Diese neue Form der literarischen Kooperation wurde von der KuFa, dem Merscher Centre national de littérature (Cnl), dem Printemps des Poètes Luxembourg, der Maison de La Poésie et de la Langue française de Namur, dem Centre Culturel Hubert Juin aus dem belgischen Athus und der französischen Vereinigung Les Amis de la Poésie ins Leben gerufen. Die gesamte Organisation des Events liegt in den Händen dieser Partner. Jedem Land ist frei überlassen, welchen Autoren es für den grenzüberschreitenden literarischen Frühling ins Rennen schickt. Das Cnl schlug die französischstämmige Lyrikerin Hélène Tyrtoff vor; „für uns ist jeder, der hier schreibt und publiziert, ein Luxemburger Autor, egal welche Staatsbürgerschaft er besitzt“, erklärte Cnl-Direktor Claude D. Conter.

Einen Monat vor Beginn der ersten Auflage spielen die Organisatoren auch schon mit dem Gedanken, die deutschsprachigen Teile der Großregion in die zweite Auflage mit ein zu beziehen.