CATTENOM/PARIS
ANNETTE DUSCHINGER

Cattenom ersetzte Brennstäbe - Abgeordentendelegation diskutiert in Paris die französische Energiewende

In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde die Produktionseinheit Nr. 1 wie geplant vom Netz genommen. Das teilte die Atomzentrale von Cattenom am Samstag mit. Dabei wurde ein Drittel ihrer 193 Brennstäbe ersetzt, so wie es alle 18 Monate vorgesehen ist, und es konnten zudem Kontroll- und Unterhaltsarbeiten vorgenommen werden. Unter anderem wurden drei Drucktanks im Kühlapparat ersetzt und das gesamte Brandmeldesystem des Reaktorgebäudes erneuert. Die anderen drei Produktionseinheiten funktionierten und belieferten das Stromnetz, hieß es weiter.

Cattenom und die generelle parteiübergreifende Ablehnung der Atomenergie von Luxemburger Seite war denn auch eines der Themen beim Arbeitsbesuch in Paris: Eine Parlamentsdelegation hatte vergangene Woche die Nationalversammlung sowie den französischen Senat aufgesucht. Die Abgeordneten Max Hahn (DP), Roger Negri (LSAP), Henri Kox (déi gréng) sowie Marco Schank (CSV), bestanden dabei geschlossen darauf, dass Cattenom zu den ersten Atomreaktoren gehören soll, deren Lizenz nicht mehr verlängert und deren Rückbau programmiert wird. Denn ein Reaktorunfall wäre für Luxemburg fatal.

Cattenoms Lizenz als eine der ersten auslaufen lassen

Die Unterredungen standen im Zusammenhang mit der geplanten Orientierungsdebatte zur Klima- und Energiepolitik. Die Abgeordneten gehören dem Unterausschuss an, der die Debatte vorbereiten soll. Sie wollten sich in Paris in erster Linie über das französische Gesetzesprojekt zur Energiewende informieren. Es sieht vor: Eine Reduktion der Treibhausgase um 40 Prozent bis 2030, der Energieverbrauch soll bis 2050 im Vergleich zu 2012 halbiert sein, bis 2030 soll der Anteil der erneuerbaren Energien bei 32 Prozent liegen und bis 2025 soll der Anteil des Atomstroms von 75 auf 50 Prozent sinken.

„Es kann uns nicht gleichgültig lassen, was acht Kilometer hinter unserer Grenze geschieht“, sagt Max Hahn dazu. „Cattenom geht auch uns Luxemburger etwas an: Es kann nicht sein, dass es immer wieder zu Zwischenfällen kommt.“