LUXEMBURG
SW

Gesundheitsministerium nicht zuständig für Organisation der Polikliniken

In Luxemburgs Polikliniken müsse man mitunter bis zu sechs Stunden warten, bis sich ein Arzt einem zuwendet. Diese Information wurde dem adr-Abgeordneten Jeff Engelen mitgeteilt. In einigen Polikliniken stünde nur ein Allgemeinarzt zur Verfügung, um Patienten zu betreuen und Chirurgen dürften sich weiter nicht an der Versorgung beteiligen, meint der Abgeordnete. Der Gesundheitsminister Etienne Schneider (LSAP) erklärt in seiner Antwort auf die parlamentarische Anfrage des Abgeordneten, dass die Polikliniken dem Gesetz vom 8. März 2018 nach keine „Services hospitaliers“ seien und einen zusätzliche medizinischen Dienst anbieten würden. Es würden also auch keine spezifischen Definitionen oder präzise Vorgaben durch das Gesetz für solche Einrichtungen formuliert werden. Der Gesundheitsminister sei in dieser Hinsicht also nicht verantwortlich und die Organisation dieser Polikliniken würde den einzelnen Institutionen unterstehen. Dies stimmt auch mit Hinblick auf den Einsatz von Chirurgen.

Ein Beispiel: Die Poliklinik der „Hôpitaux Robert Schuman“ auf Kirchberg bietet eine „chirurgische und medizinische Poliklinik“ an. Diese umfasst, laut Internetseite des Krankenhauses, die Versorgung der Patienten in der postoperativen Phase wie auch „Verletzungen, Wunden und Brüche“.

Kontrolluntersuchungen in Folge einer Notaufnahme werden auch durch diese Poliklinik abgedeckt. Was eine mögliche Verbesserung des Angebotes betrifft, führe das Gesundheitsministerium im Bereich der dringenden Pflege mehrere Aktionen durch. Dazu gehöre unter anderem die Applikation „DispoDoc“, welche einem auf dem Smartphone einen Überblick über die verfügbaren Ärzte verschafft, wie auch Informationen des Ministeriums zu den „Maisons médicales“. Die Notaufnahmen im ganzen Land wurden außerdem neu organisiert und auch die Patienten darüber informiert, welche Rolle die Hausärzte hierbei spielen.