DÜDELINGEN
CHRISTIAN BLOCK

Jahresbericht des nationalen Gesundheitslabors: viele Entwicklungen im Jahr 2017

Diagnose von Krebs, Autopsien, DNA-Analysen im Kontext von kriminellen Straftaten, Nahrungsmittelanalysen, Untersuchungen von Gefahrenstoffen am Arbeitsplatz, toxikologische Gutachten, Grippeüberwachung: Die Aktivitäten des nationalen Gesundheitslabors in Düdelingen sind breit gefächert und nicht alle in der Bevölkerung bekannt. Zum ersten Mal hat das „Laboratoire national de santé“ (LNS) in seiner sechsjährigen Geschichte seinen Jahresbericht auf einer Pressekonferenz - in Anwesenheit von zahlreichen Mitarbeitern - vorgestellt. „Das LNS spielt eine enorm wichtige Rolle in der Gesellschaft“, meinte Verwaltungsratspräsidentin Prof. Dr. Simone P. Niclou eingangs, auch wenn viele der Aktivitäten eher im Hintergrund laufen. In den vergangenen zwei bis drei Jahren habe das LNS eine „enorme Entwicklung“ durchgemacht, führte Niclou aus.

Eine davon: Der prozentuale Anteil von Analysen, die ins Ausland geschickt werden, sank von noch 46,5 Prozent im November 2016 auf noch 5,9 Prozent im Februar dieses Jahres. Gesundheitsministerin Lydia Mutsch (LSAP) begrüßte diese Entwicklung und erinnerte daran, dass der früher zweistellige Prozentsatz von über 50 Prozent auch im Gesundheitsausschuss für eine „große Diskussion“ gesorgt habe.

Was die Dauer der Analysen etwa von Tumoren angeht, habe sich die Befundmitteilung in jüngerer Vergangenheit „stabilisiert“, wie LNS-Direktor auf Nachfrage erklärte. Im vergangenen Jahr lag mussten Patienten zwischen sieben und zehn Tage auf ihre Resultate warten. Im Februar 2018 waren es noch sechs bis sieben Tage - was gegenüber 2015 eine Verbesserung um fast die Hälfte darstellt. Mutsch begrüßte auch hier die Fortschritte. Mit der Nominierung von Professor Dr. Michel Mittelbronn zum Leiter der Abteilung für allgemeine und molekulare Pathologie sei es dem LNS gelungen, „die Wartezeiten in den Griff zu bekommen“. Offenbar reichen der Ministerin diese Fortschritte aber nicht. Wie sie gegenüber den Kollegen von RTL meinte, müssten die Wartezeiten in Zukunft bis auf fünf Tage reduziert werden. Die Ministerin betonte außerdem, dass sich das LNS nicht nur auf einem liberalisierten Markt, sondern auch, mit dem Anspruch, als nationales Referenzlabor zu dienen, im internationalen Vergleich behaupten müsse.

42 neue Mitarbeiter in einem Jahr

Im vergangenen Jahr bekam das LNS mit Prof. Dr. Friedrich Mühlschlegel einen neuen Direktor. Das LNS wuchs zudem um 42 neue Mitarbeiter, um neuen Aufgaben gerecht zu werden. So etwa die Opferambulanz zur Dokumentierung von Spuren häuslicher Gewalt, für die vor etwas mehr als zwei Wochen der offizielle Startschuss fiel. Laut Jahresbericht waren im vergangenen Jahr 240 Vollzeitäquivalente am LNS beschäftigt - 64 Prozent Frauen und 36 Prozent Männer. Das Gesundheitslabor setzt sich heute aus sieben Abteilungen zusammen. Um eine Größenvorstellung der Arbeit des LNS zu bekommen, seien folgende Zahlen angeführt: 2017 führten die Mitarbeiter 18.000 Lebensmittelüberwachungsanalysen, 7.625 genetische Analysen, rund 88.100 biochemische Analysen und 89.770 Analysen im Bereich der Umgebungshygiene und der biologischen Überwachung durch. Hinzu kommen 97.000 Biopsien sowie rund 118.000 Analysen der gynäkologischen Zytologie, etwa in der Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung.

Den gesamten Jahresbericht hat das LNS auf seiner Webseite veröffentlicht: lns.lu