LUXEMBURG
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Sie sind zum ersten Mal bei Gemeindewahlen dabei und/oder noch ziemlich jung. Weshalb engagieren sie sich politisch und was möchten sie bewegen? Das sind Fragen, die wir an eine Reihe junger Kandidaten bei den Kommunalwahlen gestellt haben. Heute: Michael Agostini (28), Ingenieur und Kandidat auf der DP-Liste in Esch-Alzette.

Seit wann wohnen Sie in Ihrer Gemeinde und was gefällt Ihnen dort besonders?

MICHAEL AGOSTINI Aufgewachsen bin ich in Sassenheim, nach meinem Studium in Kaiserslautern wollte ich weiterhin unabhängig von meinen Eltern Leben und es bot sich die Gelegenheit, nach Esch zu ziehen. Dort wohne ich seit letztem November.

Das aufregende an Esch ist, dass es ein wahrer „Melting Pot“ ist, in dem unterschiedliche Nationalitäten und Kulturen aufeinanderprallen. Dies ist wohl einer der Gründe, weshalb die Stadt so vielseitig ist und ein so unterschiedliches Programm an sportlichen, musikalischen und kulturellen Veranstaltungen anbietet. Neben den Fußballspielen der „Jeunesse“ und den Veranstaltungen auf dem „Gaalgebierg“ zieht es mich vor allem in den „Pitcher“. In diesem Kultlokal vermischt sich Kultur, Politik und Sport und bildet somit einen gemeinsamen Treffpunkt für die Escher Bevölkerung.

Wie sind Sie zur Politik gekommen?

AGOSTINI Während meiner schulischen Laufbahn habe ich mich immer daran gestört, von einem konditionierten Umfeld umgeben zu sein. Einem Umfeld, in dem Politik und Personal bestimmen, nach welchen Werten ein Schüler sich verhalten soll, war für mich schwer mit meinen eigenen Überzeugungen vereinbar. Ab meinem 18. Lebensjahr fing ich verstärkt an, mich für Politik zu interessieren und erkannte, dass meine Überzeugungen die des Sozialliberalismus sehr nahe kamen. Die alleinige Erkenntnis, nach persönlicher Freiheiten und Chancengleichheit zu streben, war mir nicht genug, ich wollte mich in diesen gesellschaftlichen Prozess einbringen und trat mit 21 den Jungen Demokraten und der Demokratischen Partei bei.

Was möchten Sie im Besonderen bewegen?

AGOSTINI Esch hat als zweitgrößte Stadt in Luxemburg und als Unistandort ein enormes Potenzial. Ich bin der Überzeugung, dass die Politik heute einige grundlegende Reformen einlegen muss, um die Stadt in Zukunft an den Puls der Zeit anzupassen. Um diese umzusetzen, müssen neue Konzepte erarbeitet werden, zum Beispiel durch die Förderung von jungen Künstler und Unternehmern. Es sind nämlich vor allem Klein- und Mittelständische Unternehmen, die viele Arbeitsplätze schaffen, Arbeitsplätze die wiederum den Geschäftsleuten und der Gastronomie unterstützen.