LUXEMBURG-HAMM
COLETTE MART

„Memorial Day“ auf dem Militärfriedhof in Hamm

Hier in Hamm lägen 5.076 Soldaten begraben, sie hätten das Alter seiner beiden Söhne gehabt, sie hätten das Land, für dessen Freiheit sie gekämpft haben und gestorben sind, nicht gekannt und auch dessen Sprache nicht verstanden…

Mit diesen durchaus persönlichen Worten sprach der amerikanische Botschafter in Luxemburg Robert A. Mandell anlässlich des „Memorial Day“ in Hamm die Dramen an, die sich im Winter 1944/45 hier in Luxemburg abspielten und zum Tod tausender amerikanischer Soldaten führten.

Viele Opfer

Mandell erinnerte daran, dass die Ardennenoffensive, die nach der Befreiung Luxemburgs stattfand, und 100.000 amerikanische sowie ebenfalls 300.000 deutsche Soldaten mobilisiert hatte, 140.000 Tote zur Folge hatte. Mandell fragte sich, was diese jungen Menschen gedacht und gefühlt haben. Zwar hatten sie kein Handy und kein Facebook, aber bestimmt hatten sich die gleichen Träume, Ängste und Gedanken, und die gleiche Liebe für das Leben wie junge Menschen heute.

Jeder hatte eine Geschichte

Jeder einzelne hatte eine Geschichte zu erzählen, und jeder, der hier begraben liegt, hat sich für die Freiheit Luxemburgs geopfert in einem Winter, der zu den kältesten der Geschichte gehörte. Der Zelebrierung des diesjährigen „Memorial Day“ in Hamm wohnten zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens bei, sowie in Luxemburg lebende Amerikaner. Seit 1971 wird der „Memorial Day“ Ende Mai als Feiertag zur Dekorierung der Kriegsgräber in Amerika zelebriert.

Für eine bessere Welt gekämpft

Im Namen der Luxemburger Regierung unterstrich Minister Claude Wiseler die Notwendigkeit, Respekt zu zeigen vor denen, die ihr Leben für unsere Freiheit gelassen haben. Alle haben sie für eine bessere Welt gekämpft. Die Amerikaner hatten in der Tat durch den Angriff auf Pearl Harbour schnell verstanden, dass sich eine aggressive Politik in der Welt ausbreitete und dass es galt, zu reagieren.

Bis heute bleibe es für uns alle eine Herausforderung, dazu beizutragen, die Welt zu einem besseren Ort für alle zu machen.

Die Zeremonie am Friedhof in Hamm bot ebenfalls François Moyse, Präsident der jüdischen Gemeinschaft in Luxemburg, Gelegenheit, einige Erinnerungsworte auszusprechen. Des Weiteren wurde erwähnt, dass auch nach dem Zweiten Weltkrieg noch viele amerikanische Soldaten in der Welt starben, unter anderem im Koreakrieg, in Vietnam sowie im Irak.

Als Abschluss der bewegenden Feier wurden die
luxemburgische und die amerikanische National-
hymne gespielt.