GILSDORF
PATRICK WELTER

Ackerbauschule Gilsdorf: Standortwahl 2007, Finanzierungsgesetz 2012, Grundstein 2017

Was lange währt, wird endlich gut“ mit diesem deutschen Sprichwort eröffnete gestern Nachmittag Nachhaltigkeits- und Infrastrukturminister François Bausch die offizielle Grundsteinlegung für die neue „Ackerbauschule“ - offiziell „Lycée technique agricole“. Rein optisch scheint das Baugelände zur Stadt Diekirch zu gehören, direkt unterhalb liegen Sportplätze, ein Lyzeum und die Diekircher Hotelfachschule, aber gebaut wird auf der Gemarkung des Örtchen Gilsdorf und gehört damit zu Bettendorf. Bausch wies selbst darauf hin, dass die neue Regierung das im Jahr 2012 beschlossene Gesetz zum Bau der „Ackerbauschule“ in Hinblick auf den Standort noch einmal überprüft hat. Dadurch sei es aber zu keiner Verzögerung gekommen. In zahlreichen Gesprächen, auch mit kritischen Nachbarn, habe man das Projekt „enteisen“ können. Der Standort bei Gilsdorf war 2007 aus acht möglichen Standorten ausgewählt worden und bis zur Verabschiedung des Gesetzes waren bereits zehn Millionen Euro für Studien und Untersuchungen geflossen. Die Stadt Diekirch hatte sich aus Quellenschutzgründen zunächst auch gegen den Bau - der Zufahrt - gewehrt.

Kein einfacher Bauplatz

Bausch erläuterte, dass neben der eigentlichen Schule ein bisheriges Gebäude der Straßenbauverwaltung in Diekirch zu einem Internat für die Schüler des Lyzeums umgewandelt wird. Grundsätzlich merkte Bausch an, dass es sich in Gilsdorf um keinen einfachen Bauplatz handelt, da das abfallende Gelände terrassiert und für die Zufahrt ein Kreisel auf der N 14 gebaut werden muss. Bausch ist aber zuversichtlich, dass die Schule ihren Betrieb im September 2020 aufnehmen kann. Die „Ackerbauschule“ sei bereits im Planungsstadium als besonders nachhaltig zertifiziert worden, wie der Minister betonte.

Bildungsminister Claude Meisch beschrieb die vielfältigen Bildungsaufgaben, die eine landwirtschaftliche Fachschule in Zukunft vermitteln muss, mit Ackerbau und Viehzucht sei es da nicht mehr getan. Das Spektrum reiche von der „Grünraumpflege“ bis zum spezialisierten Landmaschinenmechaniker. Für Meisch stellt die „Ackerbauschule“ auch noch ein weiteres Puzzle in der Bildungslandschaft der „Nordstad“ dar.

Für Landwirtschaftsminister Fernand Etgen stehen die vielfältigen Bildungsaufgaben für die hohe Diversität der Landwirtschaft. Zwei Prozent der Bevölkerung müssten die anderen 98 Prozent ernähren, so Etgen. So müsse die Landwirtschaft zwangsläufig zu einem Hightech-Sektor werden. Dies werde auch am konstant steigenden Bildungsniveau deutlich. Immer mehr Absolventen der „Ackerbauschule“ erlangten die Hochschulreife.

102 Millionen Euro

Die Kapazität des Lyzeum ist auf 800 Schüler ausgelegt, das gesamte Gelände umfasst eine Fläche von 15 Hektar. Die Bruttogeschossfläche der Schulgebäude beläuft sich auf 35.000 Quadratmeter. Das Bauvolumen umschließt einen Raum von 161.000 Kubikmetern. Die Baukosten liegen nach derzeitigen Berechnungen bei 102.500.000 Euro.