LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Léon Gloden (CSV) fragt nach Geschwindigkeitsbeschränkungen auf der N10

Das letzte Wochenende gehörte zu den schwärzesten dieses Sommers. Die Unfallbilanz ist verheerend. In der Region starben innerhalb kürzester Zeit vier Motorradfahrer, zwei davon in Luxemburg, einer bei Trier, einer im Saarland. Das besondere an den Unfällen im Großherzogtum war, dass sich beide binnen weniger Stunden auf einem begrenzten Streckenabschnitt ereigneten: Am Samstagnachmittag auf der Nationalstraße 10 zwischen dem Ortsausgang Remich und dem Kreisel vor der Ortschaft Schengen.

Zunächst war ein 74 jähriger Franzose am Kreisverkehr mit seinem dreirädrigen Motorroller auf den unbefestigten Seitenstreifen geraten, hatte ein Verkehrsschild gerammt und war mit großer Wucht gegen einen Baum geprallt. Er war sofort tot.

Der zweite Unfall, nur wenige Kilometer entfernt, verlief noch tragischer. Ein aus Remich kommender Motorradfahrer, ein 26-jähriger Franzose, bremste auf Höhe des Ortseingangs Bech-Kleinmacher so stark ab, dass er mit seiner Maschine stürzte. Dabei rutschte er über den Asphalt in den Gegenverkehr und prallte heftig mit dem Kopf gegen den Stoßfänger eines stehenden Autos. Der Motorradfahrer erlag nach der Einlieferung ins Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

Gloden: Höchstgeschwindigkeit senken

Die Duplizität von Zeit und Ort hat nun den CSV-Abgeordneten und Bürgermeister von Grevenmacher, Léon Gloden, zu einer parlamentarischen Anfrage an Nachhaltigkeits- und Infrastrukturminister François Bausch (déi gréng) veranlasst.

Laut den Informationen von Gloden soll die Gemeindeverwaltung Schengen bereits seit längerem angeregt haben, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der N 10 im Streckenverlauf von Bech-Kleinmacher zu senken.

Gloden wollte nun von Minister Bausch wissen, ob ihm die Anfrage der Gemeindeverantwortlichen von Schengen bekannt ist. Falls dem so sei, warum habe sich der Minister bislang gegen eine Senkung der Höchstgeschwindigkeit ausgesprochen und ob der Minister „gedenke“ angesichts der „tragischen Ereignisse“ seine Meinung zu ändern?

Zu dieser parlamentarischen Anfrage, die vorgestern erst gestellt wurde, liegt natürlich noch keine Antwort vor.

Allerdings geht die Frage von Léon Gloden am Problem vorbei, da die N10 weder im Ortsbereich Bech-Kleinmacher, noch am Kreisel Schengen unbeschränkt zu befahren ist.

An vielen Stellen schon Tempo 70

Es ist nämlich anzumerken, dass an den Einmündungen von Bech-Kleinmacher, beziehungsweise von Wellenstein, in die N 10, die vorgegebene Geschwindigkeit auf der Nationalstraße sowieso schon auf 70 Stundenkilometer abgesenkt ist. Gleiches gilt für den Bereich um den Kreisel Schengen - auch dort ist Tempo 70 vorgeschrieben. Deutlich höhere Geschwindigkeiten sind auf dem Abschnitt der N 10 vom Hafen Schwebsingen entlang der Baggerweiher bis kurz vor den Kreisverkehr Schengen zulässig.

Mehr Kontrollen wären besser

Zugegebenermaßen haben - auch persönlichen Erfahrungen nach - insbesondere französische Auto- und Motorradfahrer einen schweren Gasfuß zwischen Remich und Schengen, unabhängig von den höchstzulässigen Geschwindigkeiten. Auch nachts wird gerne gerast. Insbesondere für die Einwohner von Bech-Kleinmacher stellt sich seit Jahren die Frage, wieso es im dortigen Bereich der N 10 nur äußerst selten Radarkontrollen durch die Polizei gibt?