COLETTE MART

Im Vorfeld der anstehenden Gemeindewahlen taucht in den Wahlprogrammen verstärkt das Konzept des „Smart City“ auf, und mittlerweile gibt es auch zahlreiche internationale Städtetagungen zum Austausch von Erfahrungen in diesem Bereich. Mit dem Begriff ist in der Tat gemeint, dass informatische Mittel in der Gemeindeverwaltung, sowie allgemein in gesellschaftlichen Problemlösungen eingebracht werden sollen, um sowohl die Verwaltungsarbeit zu erleichtern, als auch die alltäglichen Erwartungen und Fragen der Bürger besser zu beantworten.

Beispiele hierfür wären der Einsatz der Informatik in der Optimierung des Verkehrs und des Busnetzes, Applikationen für Rad-oder Fußgänger, Kommunikationssysteme zwecks verstärkter Einbindung älterer Menschen in der modernen Gesellschaft, oder aber Bemühungen, die Sicherheit der Bürger zu verbessern. Als Beispiel hierfür könnte ein informatisches System zum Wiederfinden gestohlener Fahrräder gelten. Andere interessante Ansätze sind Applikationen, die Touristen in spezifischen Interessen helfen können, eine Stadt zu entdecken und sich zurecht zu finden.

Der verstärkte Einsatz informatischer Mittel hat jedoch nicht nur eine technische, sondern auch eine politische und menschliche Seite. Eine Stadt, die zum Beispiel dank moderner Kommunikationsmittel genau weiß, welche Räume ihrer Infrastrukturen zu welchem Moment und zu welchen Zwecken genutzt werden, kann die Bedürfnisse der Bürger analysieren, besser planen und Antworten auf deren Erwartungen geben. Hier geht es im Endeffekt um viel mehr als um Informatik und Transparenz. Hier geht es um Steuergelder, die von allen kommen und die auch allen zugutekommen sollen, und aus diesem Grund sind smarte Systeme zur Verwaltung von Infrastrukturen im Endeffekt auch ein Element der Demokratie auf gemeindepolitischer Ebene. Informatik impliziert stets die Sammlung von Daten, und letztere sollten dazu genutzt werden, innovative Lösungen in der Gesellschaft zu fördern.

Dies bedeutet, dass eine nachhaltige Entwicklung von Städten im Vordergrund stehen und der alltägliche Stress der Menschen reduziert werden muss, sowie ein Umfeld geschaffen werden soll, das unsere Geschichte respektiert und doch auf moderne Problemstellungen Antworten gibt.

Die Umgestaltung von Industriebrachen, die Schaffung neuer Wohnsiedlungen oder kultureller Institutionen an Orten, an denen früher industriell oder handwerklich gearbeitet wurde, die Schaffung von Begegnungsmöglichkeiten, die jüngeren Generationen entgegenkommen, oder die Erschließung von Wohnraum an Standorten, die vielleicht etwas weniger teuer sind, sind „smarte“ Ansätze, mit denen wir in der Stadtentwicklung weiterkommen können.

Interessante Beispiele hierfür sind die Projekte um den alten Schlachthof in der Stadt Luxemburg, sowie, selbstverständlich, die Umgestaltung der Industriebrache Belval, die sich ja auch als Zentrum der Innovation versteht. Smart und innovativ gehören demgemäß zusammen, und es ist mittelfristig wichtig, in den Verwaltungen innovative Profile, oder auch innovative Ausbildungen und Weiterbildungen zu fördern, die den Widerstand gegen Innovation, dort wo er manchmal noch weiterbesteht, etwas aufbricht.