WASHINGTON/LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Finanzminister trifft Bankenvertreter und diskutiert Finanzfragen in den USA

Pierre Gramegna nahm vom 19. bis 21. April am Jahrestreffen der Weltbank teil - und hatte noch eine Menge anderer Begegnungen. So sprach der Finanzminister auf einem Seminar der Europäischen Investitionsbank (EIB) und Bertelsmann über die Bekämpfung der Ursachen von Migration und Europas Strategie. Dabei betonte Gramegna, dass es wichtig sei, gerade jene Länder zu unterstützen, aus denen die Migranten kommen. Der Finanzminister unterstrich auch die Bedeutung von Partnerschaften zwischen dem Privatsektor und der öffentlichen Hand und die Rolle der EIB bei der Bereitstellung notwendiger Finanzmittel.

Gramegna unterzeichnete ein Abkommen im Bereich technische Unterstützung mit der internationalen Finanzgesellschaft der Weltbank. Es sieht vor, dass Luxemburg in den kommenden vier Jahren bis 2022 sieben Millionen Euro zur Verfügung stellt. Das Geld soll Entwicklungsländern helfen, die soziale und umweltpolitische Standards erfüllen.

Die Luxemburger Botschaft in Washington lud am Donnerstag zu einem zwanglosen Austausch von Leitern und Vertretern der Weltbank, der EIB, der asiatischen Entwicklungsbank, der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung sowie der Asiatischen Bank für Investitionen in Infrastruktur und der Neuen Entwicklungsbank. Gramegna zeigte sich erfreut über den Erfolg des von ihm vor vier Jahren initiierten Interbankentreffs in der Botschaft Luxemburgs: „Es ist eine einzigartige Gelegenheit für die Verantwortlichen, über übergreifende Themen zu diskutieren.“

Darüber hinaus traf Gramegna sich mit dem französischen Wirtschaftsminister Bruno Le Maire sowie Verantwortlichen der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF), insbesondere der Direktorin Christine Lagarde. Eines der Ergebnisse: Luxemburg wird seinen Anteil an der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung von 0,12 auf 0,13 Prozent erhöhen, was ein Plus von sieben Millionen Euro über fünf Jahre bedeutet. Damit leistet Luxemburg einen Beitrag zur Entwicklungshilfe.

Mit IWF-Vertretern diskutierte Gramegna auch Fintech und Kryptowährungen und Besteuerung des digitalen Geschäfts. Der IWF warnte derweil vor drohenden Gefahren für Weltwirtschaft. Trotz allgemein guter Konjunkturaussichten sorgt er sich aufgrund wachsender finanzieller Verwundbarkeiten, wachsender Spannungen im Handel und der Geopolitik und ein historisch hoher Schuldenstand, die das Wachstum bedrohten.