Fünf Eigenproduktionen präsentierte die Séibühn Ënsber dem Publikum rund um den Obersauer-Stausee im vergangenen Sommer, dreizehn Vorstellungen standen insgesamt auf dem Programm. Die vor zehn Jahren gegründete Vereinigung ohne Gewinnzweck hatte 2014 eine ganze Mini-Spielzeit ausgearbeitet, die erste seit ihrer Gründung. Bisher hatte die von Theaterregisseur Claude Mangen präsidierte Vereinigung ein bis zwei Konzerte pro Sommer auf eine Bühne gebracht, die nach wie vor nur auf dem Papier existiert: Die Seebühne am Ufer der Ortschaft Insenborn. Die Konzerte, Ausstellungen und Multimediashows, die von der Vereinigung veranstaltet werden, sind allerdings nahe am Wasser gebaut, finden neben oder auf dem Wasser statt: Am Strand von Insenborn oder Burfelt und vor der Talsperre.
In diesem Sommer stellt die Vereinigung drei Produktionen auf die Beine, die an zwei verschiedenen Orten aufgeführt werden: Der Strand von Insenborn wird ab Ende dieses Monats zu einer Theater- und Musikbühne umfunktioniert, die Staumauer zur größten Kinoleinwand des Landes. Der Stausee sei ihr Trumpf, betonen die Mitglieder der ASBL. Zwischen dem 31. Juli und 2. August projiziert die Vereinigung Sergei Eisensteins Monumentalwerk „Battleship Potemkin“ auf die Staumauer, Jeannot Sanavia hat einen neuen Soundtrack für die drei Vorstellungen komponiert, der live von zehn Musikern interpretiert wird: Einem Kammermusik-Quintett, vier Bläsern und einem Keyboarder. Der Rechner steuert Perkussionsounds, weitere Streicher und elektrische Gitarren bei. Es handele sich um zeitgenössische Kompositionen, erklärt Mangen.
Meuterei auf dem See
Ein Höhepunkt der kurzen Seebühnen-Saison ist mit Sicherheit die Aufführung der Wikinger Metal-Oper „Kvledulf“ ab dem 5. August. Die Musik und der Text stammen von Jean-Michel Treinen, den Text, der auf einem alten isländischen Heldenepos fußt, hat Treinen in Versform verfasst. Charel Strotz hat die Kompositionen arrangiert, damit sie von der luxemburgischen Band „Mutiny on the Bounty“ interpretiert werden können. Diese wird die Titel auf einer zwölfmal acht Meter großen Bühne spielen, die im Stauseewasser steht. Musiker Goran Bregovic setzt sich für die Verbreitung der Sinti- und Romakultur ein, er kommt am 16. August nach Insenborn. Die Vereinigung habe auch einen bekannten Namen verpflichten wollen, unterstreicht Mangen. „Wir haben Helene Fischer nicht bekommen, also haben wir uns für Goran Bregovic entschieden“, erklärt der Präsident lachend. Was die Zukunft anbelangt, halten sich die Initiatoren bedeckt: Die Vereinigung hat eine Konvention mit der Gemeinde Esch/Sauer, diese endet zum 31. Dezember dieses Jahres.
Alle Informationen zu den Veranstaltungen, den Darstellungen und den Eintrittspreisen finden Sie auf der Internetseite www.seibuehn.lu



