LUXEMBURG
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Engpässe deuten sich an: Regierung arbeitet an Maßnahmenmix

Die Regierung arbeitet an einer nationalen Wassersparstrategie. Das schreibt die Ministerin für Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung, Carole Dieschbourg (déi gréng), in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Fragen der beiden DP-Südabgeordneten Max Hahn und Gusty Graas, die sich unter anderem darüber erkundigten, ob die flächendeckende Installierung von Regenwasserbecken und -pumpen in Privathäusern nicht dazu beitragen könne, die Wasserressourcen effizienter zu nutzen und Versorgungsengpässe zu vermeiden.
In der Tat sei die Nutzung von Regenwasser ein Teil der Wassersparstrategie auf Ebene der Haushalte, aber auch der Unternehmen, welche die Ministerin in ihrer Antwort allerdings nicht weiter detailliert. Regenwasser könne zwar verstärkt für Toilettenspülungen, Gartenbewässerung oder zur Säuberung benutzt werden, als Trink-, Koch- oder Badewasser weise es allerdings einige Risiken auf.

Regenwassersammelanlagen: bis zu 1.000 Euro Beihilfe

Jedenfalls gibt es seit 2003 eine Subvention für Privathaushalte, die eine Regenwassersammelanlage zu Hause installieren. Unter Voraussetzungen, wie etwa einer Bedachung von mindestens 40 m2 Fläche, die an die Anlage angeschlossen ist oder einem Tank von mindestens 3.000 Liter je Wohnung, kann eine Beihilfe von bis zu 25 Prozent der Anschaffungskosten beantragt werden bis zu einem Deckelbetrag von 1.000 Euro. Insgesam 423 Anträge auf diese Beihilfe gab es zwischen 2015 und 2020, 304 wurden bewilligt. Wobei elf  Anträge abgelehnt wurden, weil sie den Anforderungen nicht entsprachen und 108, weil die Anträge nicht komplett waren.
 Sobald die nationale Wassersparstrategie entwickelt sei, werde auch diese Beihilfe überarbeitet, schreibt Dieschbourg mit dem Hinweis, dass „die Trinkwasserversorgungssicherheit auch vom Schutz der bestehenden Ressourcen durch Schutzzonen und auch der Verfügbarkeit neuer Ressourcen“ abhänge.  Die liberalen Abgeordneten, die ihre Frage am 24. Juni stellten, machten sich auch Sorgen über den Wasserverbrauch in Luxemburg in diesem Sommer, wo doch „Vakanz Doheem“ angesagt ist.

Kein Engpass derzeit

Hier weist die Ministerin auf eine Sensibilisierungskampagne hin, die „Teil einer Informationsstrategie“ sei. Bereits am 24. Juni hatten Umweltministerium und Wasserwirtschaftsamt in einer Pressemitteilung auf die angespannte Lage bei der Wasserversorgung hingewiesen angesichts mehrerer aufeinanderfolgender trockener Winter und zu niedriger Niederschlagsmengen im Frühjahr. Die Bevölkerung wurde entsprechend dazu aufgerufen, vom Befüllen von Schwimmbecken, Teichen, Behältern usw. abzusehen, die Wassererneuerung in privaten Schwimmbecken zu vermeiden ebenso wie die Autowäsche, die Reinigung von Gehwegen, Garagen, Fassaden oder sonstigen Außenanlagen, die Hochdruckreinigung, den Betrieb von Springbrunnen ohne geschlossene Zirkulation, die Bewässerung von Rasen, Parkanlagen, Friedhöfen und Sportplätzen oder das Kühlen von Ess- und Trinkwaren unter laufendem Wasser. Außerdem muss jegliche Entnahme aus einem Gewässer vom Umweltministerium genehmigt sein, könnte sie den Stress für die aquatische Fauna und Flora doch verschärfen. Beim Trinkwasser beschliessen Behörden und Versorger aufgrund der Verbraucherzahlen, ob und wann eine „Phase de vigilance“ ausgerufen wird, respektive Gemeindereglemente zur Begrenzung des Trinkwasserverbrauchs sich aufdrängen. „Dies ist allerdings derzeit aufgrund der aktuellen Zahlen nicht notwendig“, schreibt Ministerin Dieschbourg.