LUXEMBURG
PIERRE WELTER

Streit in einer Diskothek in Limpertsberg eskalierte - 28-jähriger Polizist musste Schläge einstecken - Tat im Video festgehalten

Am 14. Juni vergangenen Jahres gegen 4.00 kam es in einer Diskothek in Luxemburg-Limpertsberg zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern. Laut Augenzeugenberichten hätten zwei Albaner eine junge Frau belästigt. Als sich der Freund K. einmischte, weil er sich das nicht gefallen lassen wollte, sei dieser von einem der Männer geschlagen worden. Dabei versetzte der 29-jährige Laurent M. seinem 28-jährigen Kontrahenten K. einen Faustschlag ins Gesicht. Schläge und Tritte gegen den Kopf des Opfers sollten folgen. K. soll die Hände vor den Kopf gehalten haben, um die Schläge abzuwehren. Obwohl er am Boden lag, versetzten ihm die Beschuldigten noch mehrere Schläge gegen den Kopf.

Starke Alkoholisierung

Auslöser für die Auseinandersetzung dürfte die starke Alkoholisierung der Beteiligten gewesen sein. Das Opfer und seine Freundin gehörten zu einer Gruppe von Freunden, die einen Geburtstag feierten.

Worum es bei der Schlägerei ging und wie es dazu kam, scheint klar zu sein. Ausgangspunkt für den Streit sei ein „Anbaggern“ gewesen. Die Albaner hätten die Freundin des Opfers nur nett angelächelt. Doch das hätte ihr Freund als Bedrohung betrachtet. Zum Zeitpunkt der Tat sollen wenige Gäste in dem Club gefeiert haben.

Nachträglich stellte sich dann heraus, dass das Opfer ein Polizist ist. Als seine Freundin vom Rauchen in den Club zurückkehrte, wurde sie von zwei Albanern angebaggert. „Du gefällst mir“, soll einer der Albaner gesagt dabei den Arm um die Schulter des Mädchens gelegt haben. Die wollte das nicht und sagte: „Ich habe einen Freund“.

„Wat méchs du hei de Baba“?

Sofort mischte sich ihr Freund ein und riss das Mädchen von dem Albaner los. Das empfand dieser als Provokation und reagierte mit Satz: „Wat méchs du hei de Baba“?

„Ich bin Polizist und ich schneide dir den Kopf ab“, soll K. geantwortet haben. Einer der Albaner hätte ihm geantwortet: „Scheißegal ob du Polizist bist. Wenn du Polizist bist, dann bin ich Zollbeamter Ich bin Albaner. Ich habe Angst vor niemandem“.

Alle hatten getrunken. Der Polizist ließ sich nachträglich in der Klinik behandeln.

Auf dem Video sieht man den Täter und das Opfer klar und deutlich. Man kann den Täter wegen seiner hellen Kleidung gut verfolgen. Alle Zeugen sagen formell aus, dass Laurent M. den Polizisten K. mit der Faust aufs Kinn geschlagen hat. Dabei sei ein Zahn gebrochen. Laurent M. gibt zu, K. geschlagen zu haben. K. sei aber provokant, richtig vulgär gewesen, sagt Laurent M.

Das Ganze soll 15 bis 20 Sekunden gedauert haben. Bis die Security-Beamten auftauchten und sie trennten.

Unklarheiten

Me Fränk Rollinger reagiert mit feinem Gespür fürs Detail und spielt die Fehde herunter. Die Beteiligten hätten sich „echauffiert“. Die Videos seien relativ undeutlich. Im Video sieht man aber ganz klar, dass Laurent M. dem Polizisten. K. einen Faustschlag verpasst hat, sagt Me Rollinger. Ob der Cousin geschlagen hat, ist nicht aus dem Video ersichtlich. Für Mario M. gibt es keine Beweise, dass er Schläge erteilt hat. Sein Rechtsanwalt verlangt einen Freispruch.

Die Staatsanwaltschaft hält für Laurent M. den Anklagepunkt der Körperverletzung bei und verlangt eine Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie eine Geldstrafe. Für den zweiten Angeklagten Mario M. beantragt die Staatsanwaltschaft einen Freispruch.


Das Urteil fällt voraussichtlich am kommenden 18. Juni