LUXEMBURG
LJ

Rund 1.000 Teilnehmer beim dritten Marsch gegen den Klimawandel am Freitag

Kurzumfrage bei Schülern

„Es geht um unsere Zukunft“

Was sagen die Jugendlichen zum Klimaschutz und warum gehen sie dafür auf die Straße?
Wir haben uns umgehört.
Sara „Es ist wichtig etwas für die Umwelt zu machen. Wir müssen etwas für unsere Zukunft unternehmen, da ist ein ‚Non excusé‘ nicht wichtig.“
Cindy „Ich bin auf der Demo, weil seit 20 Jahren nichts für den Klimaschutz getan worden ist. Keiner nimmt den Klimaschutz ernst. Es gibt genügend Technologie, um etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Wirtschaft steht immer im Vordergrund, aber wenn es um die Natur geht, wird nichts unternommen. Beispielsweise, das geplante Google-Datenzenter, es kostet viel Geld, braucht viel Wasser, um die Server abzukühlen und ist klimaschädigend.“
Yamila „Ich finde es traurig, dass die Erwachsenen uns nicht unterstützen. Es geht um unsere Zukunft.“
Laura „Ich bin hier, weil ich für meine Zukunft kämpfen möchte. Ich möchte einmal eine eigene Familie haben, die auf einem gesunden Planeten leben soll.“
Izmir „Wir sind hier, um die Politik endlich zum Handeln zu bewegen.“
Thierry „Erwachsene sollen uns unterstützen, anstatt zu kritisieren.“
Cédric „Die Jugend wird immer als Zukunft gesehen, aber jetzt wird unsere eigene Meinung kritisiert.“

Fast schon frostig ist es an diesem Freitagmorgen im Schatten vor dem Bahnhofsgebäude, wohin sich die Sonne noch keinen Weg gebahnt hat. Auf dem Boden liegen Pappkartons, aus denen Jugendliche Träger von Botschaften basteln. Diese lauten etwa: „Klimanotstand ausrufen“, „We want our future back“, „Es gibt keinen Planeten B“ oder „Make earth cool again“.
Ein paar junge Damen streifen mit Paletten grellgrüner Farbe durch die Reihen. Wer mag, dem verpassen sie zwei Streifen davon auf jede Wange - das Erkennungszeichnen der Klimademonstranten. Bald haben
sie viel zu tun, denn immer mehr Leute allen Alters strömen zum Treffpunkt des von „Youth for Climate Luxembourg“ ausgerufenen „Jugendstreik“ gegen den Klimawandel.

„This is what democracy looks like“

Bald wird es lauter, die Stimmung heizt sich auf: „What do we want? Climate Justice! When do we want it? Now!“, „Wem seng Strooss - Eis Strooss“ oder „Tell me what democracy looks like - This is what democracy looks like“, dröhnt es immer wieder aus den Megaphonen.
Der Demonstranten-Tross wird immer größer, gegen 11.00 stoßen mehrere Hundertschaften Schüler hinzu. Nun gerät die Demo richtig in Bewegung, zieht unter Polizeieskorte durch die „Al Avenue“, dann ein Stück über den „Boulevard de la Pétrusse“ bis zur Adolphe-Brücke.

Laut auf der „Kinnekswiss“

Weiter geht es über den „Boulevard Roosevelt“, durch die „Rue Philippe II“ zum „Boulevard Royal“, wo die Demo stoppt und sich die Teilnehmer einen Moment lang auf einer der meistbefahrenen Strecken in der Hauptstadt niederlassen. Ihr Weg führt anschließend in den Hauptstadtpark. Endstation des Umzugs, der den Verkehr in der Hauptstadt ordentlich durcheinander gebracht hat, ist die „Kinnékswiss“.
Hier drehen die Demonstranten bei Musik, Tanz und herrlichem Wetter nochmal so richtig laut auf. Bei der Auftaktveranstaltung zu einer Reihe von Events, die von „Youth for Climate“ mit den Partner aus dem Bündnis „United for Climate Justice“ kommende Woche organisiert werden, ist am Ende alles friedlich verlaufen, sagte uns die Polizei, die etwa 1.000 Demonstranten gezählt hat.
Es war das dritte Mal in diesem Jahr, dass Schüler auf die Straße gingen, um die Politik unter Druck zu setzen, viel mehr gegen den Klimawandel zu tun. Beim ersten Marsch am 15. März waren rund 7.500 Leute vom Glacis auf den „Knuedler“ gezogen. Beim Marsch am 24. Mai, zwei Tage vor der Wahl zum Europaparlament, hatten etwa 1.000 Jugendliche eine Spur der Roten Brücke stundenlang blockiert.

Großaufgebot am 27. September

Am kommenden Freitag, den 27. September werden die Straßen noch viel voller sein: dann nämlich marschiert ab 15.00 die „United for Climate Justice“-Allianz, in der auch die Gewerkschaften OGBL und LCGB vertreten sind, von gleich drei Sammlungspunkten aus auf die „Place Clairefontaine“, wo sie vor dem Staatsministerium protestieren werden.