MERTERT
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Mertert: Gemeinderat lehnt Klassierung eines Wohnhauses in Wasserbillig ab

Auf eine Videokonferenz konnte verzichtet werden, denn der Gemeinderat Mertert war vollzählig angetreten am vergangenen Donnerstag zu seiner ersten Sitzung die aufgrund der aktuellen Covid-19 Situation unter Ausschluss der Öffentlichkeit erstmalig im Kulturzentrum in Wasserbillig stattfand. Doch nicht nur wegen der umfassenden Tagesordnung, sondern auch wegen der schwerfälligen Prozedur der Unterzeichnung der Dokumente, die wegen den gegebenen Umständen eingehalten werden musste, hatte die Sitzung fast sechseinhalb Stunden gedauert.

Es oblag Romain Koster vom technischen Dienst der Gemeinde, die verschiedenen Anträge zwecks punktuellen Modifizierungen zum allgemeinen Bebauungsplan vorzutragen, welche allesamt gutgeheißen wurden. Längere Erklärungen und Diskussionen entstanden jedoch betreffend die geplante Klassierung eines Hauses in der Echternacherstraße in Wasserbillig. Einem Schreiben des Kulturministeriums war zu entnehmen, dass besagtes Gebäude wegen seiner architektonischen, ästhetischen sowie historischen Eigenschaften national schützenswert sei. Der Gemeinderat war aber ohne Ausnahme nicht bereit diesen Wunsch des Kulturministeriums mitzutragen, denn besagtes Ministerium hatte keinerlei Stellungnahme zu diesem Objekt abgegeben im Rahmen der Prozedur des erst am 6. Dezember 2019 in Kraft getretenen PAP-QE.

In der betreffenden Zone sollen nämlich vierstöckige Gebäude mit bis zu acht Wohnungen entstehen, was auch besser in das Gesamtbild des Wasserbilliger Dorfkerns passen würde. Hier könnte der Wohnungsnot durch erschwinglichen Wohnraum entgegengewirkt werden, anstatt hohe Investitionen in ein stark renovierungsbedürftiges Gebäude zu stecken, dessen historisches Kulturgut der Öffentlichkeit ohnehin verborgen bleibt.

15,6 Millionen Euro Einnahmen in 2019

In Bezug auf die Covid-19 Situation informierte der Schöffenrat ausführlich über die bis dato gefassten Maßnahmen, was belobigend von allen Fraktionen im Gemeinderat angenommen wurde und mit Applaus für alle Gemeindebedienstete bedacht wurde. Ein detaillierter Abschlussbericht wird nach dieser Krise veröffentlicht werden.

Im Rahmen dieser sanitären Krise bestätigte der Gemeinderat zwei Dringlichkeitsregelungen zwecks Sperrung der Spiel- und Sportinfrastrukturen, Kulturzentren, Kirchen, Funpark und Campingplätzen, deren Zuwiderhandlungen mit Strafen zwischen 25 und 250 Euro belegt werden können. Die Gemeinde wird auch während der Zeit des Krisenzustandes auf die Mieten für das Restaurant „Aquarium“ und die Psychomotorik-Aktivität in der Wasserbilliger Schule verzichten. Weiterhin musste ein Taxen-Reglement eingeführt werden um die Abrechnungen im Haushalt 2020 für den von der Gemeinde angebotenen Einkaufsdienst für Lebensmittel und Bedarfsartikel für gefährdete Personen zu veranschlagen. Der Gemeindebeitrag zur Finanzierung der Kinderbetreuung für das Jahr 2020 gemäß einer Konvention mit dem Erziehungs-, Kinder- und Jugendministerium sowie der „KABEMEWA Asbl“ (KAnnerBEtreiung MErtert-WAasserbëlleg) beläuft sich auf 487.189 Euro. Einnahmen für das Haushaltsjahr 2019 konnten in einer Gesamthöhe von 15.637.565,96 Euro verbucht werden. Erwähnenswert ist neben dem Betrag über 14,4 Millionen Euro aus dem „Fonds de dotation globale des communes“ die Summe von 22.750 Euro für die erstmalig ausgestellten Vignetten für das Anwohnerparken in Wasserbillig.

Bürgermeister Jérôme Laurent informierte den Gemeinderat noch über eine Umleitung welche am kommenden 28. und 29. April auf dem CR 134 in Mertert eingerichtet wird, wenn in der Moselstraße dringende Baumschnittarbeiten durchgeführt werden müssen. Er wies auch darauf hin, dass im Monat Juni auf der B49 in Wasserbilligerbrück Sanierungsarbeiten durchgeführt werden und es dann während zwei Wochen zu einer Vollsperrung der gesamten Ortsdurchfahrt ab der Grenzbrücke bzw. dem Einmündungsbereich der B418 aus Langsur kommend in Richtung Trier.