LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Am 25. April ist „Girls‘ Day - Boys‘ Day“ - Atypische Berufe kennenlernen

Wenn gleich drei Minister zu einer Pressekonferenz kommen, muss ihr Gegenstand von großer Wichtigkeit sein. Gestern riefen Nicolas Schmit, Françoise Hetto-Gaasch und Mady Delvaux-Stehres gemeinsam zur Teilnahme am diesjährigen „Girls‘ Day - Boys‘ Day“ auf, dies im Rahmen der Gleichstellung zwischen Mann und Frau sowie aber auch der globalen Berufsorientierung.

Neue Perspektiven bieten

Jungs und Mädels sollen realitäts- und praxisnahe Erfahrung sammeln und gegebenenfalls einen Beruf für sich entdecken, der vielleicht nicht unbedingt typisch für ihr Geschlecht ist. Genau dies sei nämlich das Problem: Mädchen und Jungen neigen nämlich immer noch eher selten dazu, atypische Berufe zu wählen.

Ziel des „Girls‘ Day - Boys‘ Day“ ist es demnach beispielsweise Mädchen für Handwerkerberufe zu begeistern und Jungs soziale Berufe schmackhaft zu machen. „Es geht darum, den jungen Leuten neue Perspektiven zu bieten“, strich die Bildungsministerin hervor.

Möglichst frühe Orientierung

Orientierung spiele heutzutage eine äußerst wichtige Rolle, meinte auch Arbeitsminister Schmit, es gelte deshalb möglichst früh damit anzufangen. Auf keinen Fall dürften Jungen nur in die eine und Mädchen nur in die andere Richtung orientiert werden. Es handele sich hierbei um ein gesellschaftliches Problem. „Wenn wir das Ziel verfolgen, die totale Gleichstellung zu erreichen, dies im Sinne einer effizienten, dynamischen Wirtschaft, dann müssen auch alle Möglichkeiten für jeden offen sein. Leider werden die geschlechtstypischen Modelle schon früh definiert“, bemerkte Nicolas Schmit. Es sei überdies nicht nur wichtig, Frauen auf den Arbeitsmarkt zu bringen, sondern sie auch dort zu halten. Luxemburg liege, was den arbeitenden Frauenanteil anbelangt, leicht über dem europäischen Durchschnitt.

107 Unternehmen sind mit dabei

107 Unternehmen beteiligen sich in diesem Jahr am Girls‘ Day - Boys‘ Day, 550 Praktikumsstellen stehen zur Verfügung. „Diese Initiative soll dazu beitragen, stereotype Bilder aus den Köpfen der Menschen zu bekommen“, betonte Chancengleichheitsministerin Hetto-Gaasch. Es sei wichtig, der Jugend die ganze Panoplie an Berufsmöglichkeiten zu verdeutlichen. Beginnen müsse man damit schon in der Grundschule. Kinder seien offener und rezeptiver, so Françoise Hetto-Gaasch. Diesen Worten schloss sich auch Bildungsministerin Delvaux-Stehres an.

2012 haben insgesamt 867 Schüler aus 34 Lyzeen teilgenommen. Diese Zahl gelte es nun zu toppen. Ab sofort können sich Interessierte für den diesjährigen „Girls‘ Day - Boys‘ Day“ am 25. April anmelden.
www.girlsday.lu, www.boysday.lu