LUXEMBURG
PIERRE WELTER

Dem 31-jährigen Timo W. wird vorgeworfen, kinderpornografische Posing-Fotos und kinderpornografische Filme mit Hilfe des Programms im Internet verbreitet zu haben. Am 16. Juli 2015 hatte der Mann seinen Computer in Reparatur gegeben. Während der Reparatur fanden die Techniker Pornographie und Bilder von nackten Kindern. Sie alarmierten die Polizei.

Bei der Hausdurchsuchung wurden von den Ermittlern unter anderem 14.620 Bilder von Mädchen im Alter zwischen neun und 16 Jahren mit einem speziellen Computerprogramm gefunden. Anschließend wurden diese noch einmal juristisch bewertet.

Für den Gerichtspsychiater ist der mutmaßliche Täter ein Pädophiler. Es gehe ihm eigentlich nur um die Schönheit des reinen Körpers eines jungen Mädchens. Er leide unter einer neurotischen Depression und unter einem falschen Selbstbild. Der Mann ist laut Psychiater aber voll straffähig. Die Verteidigerin Marie-Laure Van Kauvenbergh beantragt eine Strafe auf Bewährung.

Laut Anklagevertreterin Dominique Peters sind die Fotos, Bilder und Filme, auf denen Kinder völlig unbekleidet zu sehen sind, strafbar. Das Strafgesetz ist hier formell und sagt im Artikel 384, dass der Besitz von pornographischem Material, das Personen zeigt, die noch nicht volljährig sind, eine Gefängnisstrafe bis zu zwei Jahren und eine Geldstrafe bis zu 12.500 Euro nachsichziehen kann. Peters beantragt eine Strafe von 16 Monaten auf Bewährung. Laut Artikel 368-2 darf der Angeklagte nicht mehr in Kontakt mit Minderjährigen treten.

164.000 Fotos beschlagnahmt

Auch der 48-jährige Steven S. soll eine nicht definierte Zahl an Bildern und Fotos mit kinderpornografischem Charakter in seinem Besitz gehabt haben. Der Mann war dem Besitzer eines Internetcafés aufgefallen. Der Betreuer des Internetcafés alarmierte die Polizei. Bei der Hausdurchsuchung wurden rund 164.000 Fotos beschlagnahmt. Sie wurden auf seinem Computer und auf einem USB-Stick von der Polizei entdeckt. Davon seien 99 Bilder und 140 Fotos eindeutig kinderpornografischer Natur. Die Taten gehen auch hier auf 2015 zurück. Vor Gericht erklärt er, dass er ein großer Konsument von Erwachsener-Pornografie wäre. Er würde die Selbstbefriedigung als eine Art Ventil benutzen, um starke emotionale Anspannung oder Stress zu bewältigen. Dass Bilder von Kindern auf seinem Computer gefunden wurden, sei reiner Zufall. Die wären mit hineingerutscht.

Der Psychiater Dr. Marc Gleis war zu dem Ergebnis gekommen, dass der Mann eine Tendenz zur Pädophilie habe. Sein Verteidiger plädierte auf eine Strafe auf Bewährung. Die Anklagevertreterin beantragt eine Strafe von 36 Monaten. Die Strafe soll nur teilweise zur Bewährung ausgestellt werden. Beiden Urteile werden am 6. April gesprochen.