LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Claude Wiseler stellt die Notwendigkeit des Tramprojekts klar -Infrastrukturplan entspricht den Prioritäten

Die Motion von Fernand Boden, Präsident der Kommission für nachhaltige Entwicklung, ist gestimmt. Mit 41 Ja-Stimmen, 7-Nein-Stimmen und 11 Enthaltungen wurde über die Finanzierung der vom Staat zu verwirklichenden großen Infrastrukturprojekte, die über 10 Millionen Euro kosten, entschieden.

Für die nächsten Jahre stehen damit einige Großbaustellen auf dem Plan der Regierung, die laut Infrastruktur- und Nachhaltigkeitsminister Claude Wiseler (CSV) der budgetären Lage angepasst sind, um einerseits die Weichen für die „MoDu“-Strategie - für die Tram im wahrsten Sinne - zu stellen, und anderer Seite den wichtigsten Projekten Priorität einzuräumen.

Tram ist „zentraler Punkt“ der Zukunftsstrategie

Im Detail: Zur „Mobilité Durable“ gehöre das Tramprojekt notwendigerweise dazu, stellte Wiseler klar: „Mir brauchen den Tram fir d´Mobilitéitssuergen an den Grëff ze kréien“, sagte er und wehrte sich gegen die zahlreichen kritischen Äußerungen auf Grundlage der Infragestellung der staatlichen Beteiligung an der „Tram“, die der CSV- Fraktionsvorsitzende Marc Spautz kürzlich verlauten ließ. Was die Idee einer Tram im Süden angehe, hielt sich Wiseler offen für Gespräche. Die Zeichen für eine zeitnahe Umsetzung stünden allerdings eher schlecht.

Die Straßenarbeiten im Südteil der Stadt bereiten zum Teil die Tramtrasse vom Bahnhof Richtung Ban de Gasperich, Midfield und die Howald-Zone vor. Auch die Investition in die Zuglinie Luxemburg nach Kleinbettingen und die Renovierung des Schalterbereiches des Escher Bahnhofes fügten sich in die Strategie ein, die Schnittstelle Esch-sur-Alzette (Belval mitgedacht) und die Zuganbindung nach Belgien an die Anforderungen der Zukunft anzupassen. Durch die Vorschussinvestierung von 152 Millionen Euro in den Ausbau des Europäischen Gerichtshofes bestätige Luxemburg seinen Standort in der EU. Das Gymnasium in Mondorf sowie im weitesten Sinne auch die Erweiterung der Einrichtung der Fondation Kräizbierg in Düdelingen entsprächen dem großen Bedürfnis an Bildungseinrichtungen, auch wenn Clerf und Differdingen, wie bemängelt wurde, zurückgestellt wurden. Die Projekte seien insgesamt diejenigen, die „wirtschaftlich am Relevantesten“ seien, in Anbetracht dessen, was das Budget hergebe.

Ein Punkt, der in Zukunft allerdings für Besorgnis sorgen werde. Gast Gibérien (adr) geht von einem starken Rückgang der Rücklagen aus, sodass bereits heute keine Reserven mehr da wären. Zukünftige Investitionen müssten vom Budget und Darlehen getragen werden. Die Liste der Projekte werde immer länger, sagte Fernand Etgen (DP), die Prozeduren für eine schnellere Umsetzung müsste geschaffen und gesellschaftliches Verständnis für langfristige Projekte vermittelt werden - was angesichts Langzeitbaustellen wie der „Nordstrooss“ schwierig sei.

Mit diesen Projekten scheinen, in Anbetracht der Lage, die Weichen gestellt, in welche Zukunft sie führen, bleibt ungewiss.