CLAUDE KARGER

„Wieder ein Stück Trennung erreicht“, freut sich der „T“-Leitartikler, der glaubt, jeder verstünde doch, „wieso der Staat sich im 21. Jahrhundert von der anachronistischen Bindung zu Mystikern verabschieden möchte“. Selbst der Vatikan. Allerdings gebe es manche „in Gottes Fußvolk“, die sich höllisch darüber ärgern, dass das Bistum das Abkommen mit dem Staat mittrug. Zum Beispiel die „Lokalfürsten der Kirchenfabriken“, wie der Autor meint, „die sich daran gewöhnt hatten, jährlich ihre Bedürfnisse an die Gemeinden zu melden, die daraufhin prompt, weil gezwungenermaßen, den kommunalen Säckel öffneten“. Aber bald dürften „viele der imposanten Häuser mit Turm einer neuen Nutzung zugeführt werden“: Kulturzentrum, Gaststätte, Disko... Alles ist drin. Wetten, dass vorher aber noch deftig gestritten werden wird? Dabei gibt es schon genug Zwist in der Welt. Selbst beim Gipfeltreffen der Weihnachtsmänner in Kopenhagen wurde laut „T“ heiß gezankt. Immer noch weiß niemand die wahre Adresse von Nikolaus und Nikoläusin. Zoff gibt es auch in punkto Bezahlung. Dabei gibt es wichtigere Dinge, wie den Klimawandel, der die Polkappen zu löchrigen Landebahnen für die Rentierschlitten macht. „Wir brauchen mehr Zeit für einander, mehr Umarmungen“, unterstrich ein Rauschebart eine weitere Priorität. Recht hat er.