LUXEMBURG
INGO ZWANK

Fachkenntnis und Freundlichkeit: Maurice Humbert und Faël Beldjoudi von „Celliers des Grands Crus“

Sie sind eine neue Generation von Weinhändlern: Maurice Humbert (30 Jahre) und Faël Beldjoudi (20 Jahre) sind im Weinvertrieb „Celliers des Grands Crus“ aktiv, der 1996 von Claudia Floether in Mertert gegründet wurde - und „von der wir viel gelernt haben“, so die beiden. Fest etabliert in der Luxemburger Weinszene - und darüber hinaus - präsentiert sich das Duo als präsente Zukunft im Weingeschäft.

Maurice ist von kleinauf an mit Küche und Wein aufgewachsen. „Schon als Kind habe ich mit gekocht“, erzählt er. So war der Weg in die Hotelfachschule Diekirch eigentlich vorprogrammiert. Es folgte eine Ausbildung im Burgund und in sehr renommierten Häusern, wo Maurice entsprechende Erfahrungen sammeln konnte. „Besonders interessant: Hier kannst Du weintechnisch alles schmecken“ - und wenn man an entsprechender Stelle die ganz Großen verkosten konnte und „so seinen Einblick in die Welt des Weines bekam“, dann könne man sehr gut seinen Blick für die Preis-Leistungsverhältnis schärfen, erzählt Maurice. „Man bekommt ein Feeling - das ist wichtig im Geschäft, ebenso wie Menschenkenntnis und auch Freundlichkeit.“

Faël und Maurice kennen sich schon sehr lange, doch mit Wein hatte Faël so gar nichts am Hut. „Ich habe mit ihm einen Wein aus dem Elsass getrunken, einen Grauburgunder, der genauso alt war wie er. Und Faël war fasziniert“, erzählt Maurice. So lernte Faël, der unter anderem Philosophie studierte, von Grunde auf die Weinwelt kennen, „vor allem vor Ort wie im Weinbaugebiet Chablis beispielsweise“

Freude am Wein vermitteln

Ein gestecktes Ziel der beiden ist, dass auch die Jugend oder die jüngere Generation im Alter von 20 bis 30 den Zugang zum Wein findet. Vor allem Weine für die sogenannte Generation Y mit weniger Tannin und Säure seien hier interessant, eben „runde und ausgeglichene Weine. Da gibt es sehr viele interessante postmoderne Winzer, die tolle Produkte anbieten“, sagt Maurice. Doch Maurice betont: „Uns sind natürlich auch die langjährigen Kunden sehr wichtig.“ Auch hier ist es für die beiden grundlegend, dass „wir auch Freude am Wein vermitteln“.

Dabei beschreiben die beiden den Wein wie ein Kunstwerk, „wie ein Gemälde, das entsteht.“ Das Faszinierende sei, dass man zehnmal die gleiche Rebsorte verkosten kann, „und zehnmal hat man einen anderen Wein.“ Denn der Boden und die Natur vor allem würden den Wein machen - so sei der Wein etwas „zurück zur Natur“, aber eben recht kunstvoll, wie sich Faël ausdrückte. Besonderen Spaß bereitet es den beiden, Restaurants bei ihren Weinkarten zu beraten. Es komme darauf an, den passenden guten Wein zur guten Küche des Hauses zu finden - „dann den entsprechenden Wein passend zu beschreiben, dass jeder auch etwas damit anfangen kann.“ So gehört auch ein wenig Psychologie zum Beruf, denn die Restaurants sollten ja dann überzeugt werden.“ Der Kunde müsse sich in der Weinkarte zurechtfinden können. Diese Abstimmung sei im Normalfall die Aufgabe eines Sommeliers im Hause, „doch viele Häuser haben nun einmal keinen Sommelier mehr“, also einen speziell für die Getränke zuständigen Kellner, insbesondere für das Weinangebot eines Gastronomiebetriebs - einen s Weinkellner. „Da gehört es dann zu unseren Aufgaben, dieses Arbeitsfeld mit abzudecken.“ Was die Winzer angeht, deren Produkte sie im Sortiment haben, so gibt es mittlerweile keinen mehr, den sie nicht persönlich kennen. „Gerne nehmen wir Kunden mit zu den Winzern und organisieren eine Reise, um eben genau dieses Gefühl von ‚Zurück zu den Wurzeln‘ zu entdecken - und eins zu werden mit den Kunstwerken“, sagen Maurice und Faël.

Celliers des Grands Crus, Route du Vin 5, in Mertert, Tel: 00352-74 84 81, Email info@cgc.lu; Internet: www.cgc.lu; auch auf Facebook unter „Celliers-des-Grands-Crus-sarl“.