LUXEMBURG
MARCO MENG

Die Antarktis: Der Wissenschaftskontinent

Die Antarktis ist weiß, öde, still. Aber ein guter Platz für Forscher. So können Bakterien unter extremen Bedingungen unter antarktischem Eis überleben, wie ein Forscherteam jüngst berichtete, und hier war es auch gewesen, wo das Ozonloch entdeckt wurde.

An der belgischen Polarstation „Princesse Elisabeth“, die von 2007 bis 2008 vom luxemburgischen Holzbauunternehmen Prefalux errichtet wurde, arbeiten auch Forscher der Uni Luxemburg. Wir sprachen mit einem von ihnen, dem Geophysiker Professor Olivier Francis.

Warum ist die Antarktis so interessant für Forscher?

Olivier Francis Es ist die letzte unberührte Landschaft der Erde, und eine extreme dazu, also interessant für verschiedenste wissenschaftliche Disziplinen. Dort sind beispielsweise Meteorologen, die Luftverschmutzung und Ozonwerte messen wie auch Biologen, die spezielle Arten von Lebensformen suchen und das Leben in diesen Extremen erforschen.

Warum ist die Universität Luxemburg an der Antarktis interessiert?

Francis Wir forschen dort zusammen mit dem belgischen Wissenschaftlerteam zu globalen Temperatur- und Klimaänderungen und haben in der Polarstation „Princesse Elisabeth“ eine permanente GPS-Station und eine weitere GPS-Station etwa 40 Kilometer weiter bei der früheren japanischen Station „Azuka“. So messen wir das Schmelzen des Eises.

Wann waren Sie zuletzt dort?

Francis Ich war bislang zweimal dort, das letzte mal vor knapp zwei Jahren, und werde mit den Kollegen aus Belgien nächstes Jahr wieder hinfahren und dort unter anderem Gravitationsmessungen vornehmen, mit denen bestimmt werden kann, wie sich die Eisdicke der Antarktis verändert.

Was war Ihr Eindruck, als Sie zum ersten Mal dort waren?

Francis Ein unglaublicher Ort! Mit der Kälte kann man zurechtkommen, aber die Isolation, in der man sich befindet, ist einzigartig. Man ist wie in der Mitte von Nirgendwo. Das Leben ist dort ganz anders, und am Ende hat man sogar die PIN-Nummer seines Mobiltelefons vergessen.