LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

46 Corona-bedingte Sterbefälle in Luxemburg - Bislang 3.034 Infizierte

Wie das Gesundheitsministerium heute am Spätnachmittag, wie jeden Tag um diese Zeit, mitteilte, hat Luxemburg zwei neue Corona-bedingte Todesfälle. Damit haben hierzulande bislang 46 Menschen den Kampf gegen das Virus verloren. Das Medianalter der Verstorbenen liegt bei 86 Jahren. Es sei daran erinnert, dass der Tod eines Patienten, der aus dem Grand Est nach Luxemburg transportiert wurde, um hier versorgt zu werden, anschließend jedoch verstorben ist, bei dieser Aufzählung nicht berücksichtigt wird.

64 neue Infektionsfälle

Mit dem Coronavirus infiziert sind in Luxemburg inzwischen indes 3.034 Personen - 64 mehr als am Vortag. Der Altersdurchschnitt liegt hier bei 46 Jahren. Damit hat die Zahl der Infektionen diesmal „nur“ eher leicht zugenommen. Von den infizierten Personen sind 2.524 Ansässige und 510 Nichtansässige; 50,4 Prozent sind Männer und 49,6 Prozent Frauen. Corona-Tests durchgeführt wurden bislang insgesamt 26.573. Hospitalisiert waren bis zum Zeitpunkt der Pressekonferenz am Nachmittag 231 Personen, von denen 34 (zuzüglich zehn Patienten aus dem Grand Est) in Intensivbehandlung waren. 354 Personen konnten die Spitäler inzwischen wieder verlassen.

2.500 Euro Soforthilfe für Freiberufler

Heute kam aber auch der Regierungsrat zusammen, um eine ganze Reihe von weiteren Hilfsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Krise zu verabschieden. So wurde auf Vorschlag von Mittelstandsminister Lex Delles ein Reglement angenommen, durch das Selbstständige eine zusätzliche direkte finanzielle Unterstützung in Höhe von 2.500 Euro bekommen sollen. Von dieser Hilfe profitieren kann jeder angemeldete Freiberufler, der nicht mehr als zehn Personen beschäftigt und der nicht mehr als 2,5 mal den Mindestlohn kotisiert. Diese Soforthilfe werde den Selbstständigen helfen, die Krise zu überwinden, wie Lex Delles sich in einer Mitteilung ausdrückte. Die diesbezüglichen Formulare sind ab heute auf MyGuichet.lu zu finden. Die adr betrachtet die beschlossenen Hilfen derweil als „Tropfen auf den heißen Stein“, die jetzt ganz schnell bei den Betrieben ankommen müssten.

30 Millionen Euro zur Bekämpfung von Corona

Dann nahm der Regierungrat aber auch auf Vorschlag von Wirtschaftsminister Franz Fayot ein 30 Millionen Euro schweres Hilfspogramm an, mit dem Forschungs- und Entwicklungsvorhaben (spezielle Verfahren zur schnelleren Herstellung, Medikamente, Schutzkleidungen, Desinfektionsmittel, Krankenhausausstattungen) zur Bekämpfung des Coronavirus unterstützt werden sollen. Bis zu 80 Prozent der Kosten können durch diese Beihilfen gedeckt werden; wenn es sich um lebenswichtige Projekte handelt, können sogar 100 Prozent übernommen werden.

Angenommen wurden unter anderem auch noch ein Reglement, mit dem Krankschreibungen während der Krise reglementiert werden, sowie ein Reglement, mit dem das Tragen von Schutzmasken im öffentlichen Raum erlaubt wird. In diesem Zusammenhang veröffentlichte das Gesundheitsministerium gestern einen Leitfaden, in dem das Tragen von Schutzmasken als zusätzliche Barriere gegen das Virus empfohlen wird, wobei aber auch noch einmal darauf hingewiesen wird, dass Masken ein falsches Sicherheitsgefühl wecken könnten. Mehr Infos dazu gibt es hier: tinyurl.com/Portdumasque.

Journalistenvereinigung ist besorgt

Zu Wort meldete sich heute aber auch die Luxemburger Journalistenvereinigung ALJP, die mit Nachdruck darauf hinweist, dass die Journalisten auch in einer Situation wie der jetzigen nicht nur die Vermittler von Regierungsmitteilungen sein dürften, sondern auch weiterhin ihrer journalistischen Arbeit in aller Unabhängigkeit nachgehen können müssten. „Ce qui est pourtant inacceptable pour l’ALJP, c’est la tendance du gouvernement à verrouiller l’information et l’accès à celle-ci“, so die Journalistenvereinigung.

Der OGBL teilte seinerseits auf seiner Facebook-Seite mit, dass der Großherzog sich diese Woche telefonisch bei OGBL-Präsidentin Nora Back erkundigt habe, wie die Arbeitnehmer die aktuelle Corona-Krise erleben würden. Dabei habe der Großherzog seine tiefe Anerkennung für all diejenigen ausgedrückt, die dafür sorgen würden, dass das Land weiterhin funktioniere. Der LCGB forderte seinerseits die Regierung dazu auf, klare Regeln zur Wiederaufnahme der Aktivitäten auszuarbeiten. Auch sprach sich der christliche Gewerkschaftsbund noch einmal gegen Kündigungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie aus. Die Piratepartei brachte derweil im Kontext mit der Corona-Krise zwei Gesetzesvorschläge auf den Instanzenweg. Hier geht es zum einen um den Mieterschutz (Mieten können wegen der Krise über einen Zeitraum von drei Monaten ausgesetzt werden), und zum anderen um das Aussetzen von Krediten während ebenfalls drei Monaten.

Die Abgeordnetenkammer wird nächste Woche voraussichtlich trotz Ostern zu einer öffentlichen Sitzung zusammenkommen, um dringende Gesetzesentwürfe im Zusammenhang mit der Corona-Krise zu verabschieden...