LUXEMBURG
JEFF KARIER

Neue Kampagne „Sécher ënnerwee““ der „HIV Berodung“ vorgestellt

Im Rahmen des 30-jährigen Jubiläums der „HIV Berodung“ des luxemburgischen Roten Kreuzes, wurde gestern auf einer Pressekonferenz die neue Kampagne „Sécher ënnerwee“ vorgestellt. Diese greift dabei unseren reflexartigen Schutz vor Sonne oder Regen, in Form von Sonnenbrille und Regenschirm auf. „Das sind gute Gewohnheiten. Genau so sollte es selbstverständlich und reflexartig sein, sich gegen HIV zu schützen“, betont Sandy Kubaj, die die „HIV Berodung“ leitet.

Die Kampagne thematisiert die verschiedenen Übertragungswege von HIV auf und erklärt, welche Präventionsmittel und Maßnahmen es gibt. Hierzu zählen auch Prophylaxen als Vorsorge sowie Postexpositionsprophylaxe, die direkt nach einer möglichen Infektion angewendet werden können. Um die Öffentlichkeit wieder stärker für HIV zu sensibilisieren und aufzuklären ist die „HIV Berodung“ mit ihrer Kampagne auch wieder verstärkt bei öffentlichen Veranstaltungen präsent. So etwa vergangenes Wochenende auf der „Fête de la Musique“ in der Hauptstadt. Auch hier habe sich wieder gezeigt, dass viele nicht wirklich wissen, wie man sich mit dem HIV Virus anstecken sowie schützen kann oder auch was der Unterschied zwischen HIV und AIDS ist.

Ein wichtiger Teil der Arbeit der „HIV Berodung“ sind HIV-Tests, die in den Räumlichkeiten des Dienstes auf 94, Boulevard Général Patton anonym und gratis durchgeführt werden und in wenigen Minuten für Klarheit sorgen. Bei einem positiven Test auf HIV kann sofort mit der Behandlung begonnen werden und der Betroffene kann die jeweiligen Maßnahmen treffen, um keine weiteren Personen zu infizieren. Das Rote Kreutz schätzt, dass aktuell rund 1.100 Personen in Luxemburg mit dem HI-Virus infiziert sind und dass etwa 15 Prozent davon nicht wissen, dass sie das Virus in sich tragen. Bei den Neuinfektionen, die 2016 in Luxemburg bei 98 lagen, waren es 39 Infektionen durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr. Das ist gegenüber den Vorjahren eine klare Steigerung und zeigt, dass nicht nur Drogenkonsumenten, Prostituierte oder Homosexuelle sich mit HIV zu infizieren.

Seit 30 Jahren aktiv

1988 Als „AIDS Berodung“ gegründet, war die Mission des Dienstes zunächst Menschen mit AIDS bis zu ihrem Lebensende zu begleiten. Durch die Entwicklung von Medikamenten und Behandlungsmethoden ist das Hi-Virus besser in den Griff zu bekommen und führt nicht länger zwangsläufig zu einer AIDS Erkrankung. 2013 zur „HIV Berodung“ umbenannt, ist der Dienst jetzt auch bei der Prävention von HIV, Hepatitis C und IST aktiv sowie in der psychosozialen Unterstützung von Menschen mit HIV.

„Der Fokus liegt heute auf dem Erhalt der Lebensqualität der Betroffenen. Es ist natürlich weiterhin wichtig, die Präventionsbemühungen fortzusetzen, da neue Infektionen in der Bevölkerung wieder zunehmen und das Risiko weiterhin besteht“, erläutert Michel Simonis, Generaldirektor des luxemburgischen Roten Kreuzes.

Für eine Zukunft ohne AIDS

Eine der Strategien, um die AIDS-Epidemie zu beenden, ist das Projekt „90-90-90“, das von UNAIDS entwickelt wurde. Marc Angel, UNAIDS-Botschafter, erklärt, dass „diese Strategie darin besteht, dass bis 2020 90 Prozent der Menschen, die mit HIV leben, ihren HIV-Status kennen. 90Prozent der Diagnostizierten erhalten eine nachhaltige antiretrovirale Therapie. Und dass bei 90 Prozent der Menschen mit antiretroviraler Therapie nachhaltig das Virus unterdrückt wird. Derzeit.“ Um 30 Jahre „HIV Berodung“ zu feiern, wird am 1. Dezember im Cercle Cité eine Gala stattfinden und darüber hinaus im Laufe des Jahres eine Konferenz „Op der Scheiss“ sowie ein Fest mit unter anderem allen freiwilligen Helfern organisiert.