LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

Syrische Flüchtlinge gestern Abend in Weilerbach eingetroffen

Als der von Karlsruhe kommende Bus gestern Abend gegen 19.30 in Weilerbach eintraf, wurden die syrischen Flüchtlinge bereits erwartet, und zwar nicht nur von Familien- und Integrationsministerin Corinne Cahen und den Verantwortlichen des für die Flüchtlinge zuständigen „Office luxembourgeois de l‘accueil et de l‘intégration“ (OLAI), sondern auch von zahlreichen Privatpersonen, die auf Facebook die Gruppe „Refugees Welcome to Luxembourg!“ gegründet hatten.

Xavier Bettel setzt auf Integration

Die Mehrzahl der 50 Flüchtlinge ist über Ungarn nach Deutschland geflüchtet. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Premier Xavier Bettel um Unterstützung gebeten.

In einer ersten Phase werden die syrischen Flüchtlinge in Weilerbach untergebracht, wo nach dem Umzug früherer Flüchtlinge in andere Gemeinden genug Betten zur Verfügung stehen. Weitere Flüchtlinge aus Syrien werden in den nächsten Tagen in Luxemburg erwartet.

Premier Bettel hat derweil gestern in einem Interview mit dem belgischen RTL-Radio noch einmal unterstrichen, dass die Flüchtlinge in unsere Gesellschaft integriert werden müssten und keinesfalls eine Parallelgesellschaft entstehen dürfte. Hier gehe es auch nicht um Wirtschaftsflüchtlinge, sondern um Leute, deren Leben in Gefahr sei.

Die Immigration könne auch eine Chance sein, zeigt sich Xavier Bettel überzeugt, der zudem der Meinung ist, dass die Flüchtlingsbewegungen Europa nicht überfordern würden: „Mir schwätzen hei vun engen 160.000 Leit, bei enger europäescher Populatioun vu 500 Milliounen“. Auch hat der luxemburgische Regierungschef die afrikanischen Länder aufgefordert, ihre Verantwortung zu übernehmen und selbst Flüchtlinge aufzunehmen; dies soll am 11. November bei einem so genannten Migrationsgipfel auf Malta zwischen den Staats- und Regierungschefs der EU und ihren afrikanischen Counterparts besprochen werden.

Streit über Flüchtlingsquoten verschärft sich

Derweil geht der Streit um die Flüchtlingsquoten in der EU weiter. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will heute Vormittag einen Plan für die Aufteilung von 120.000 Neuankömmlingen vorstellen. Die deutsche Kanzlerin und der schwedische Ministerpräsident verlangten gestern einen klaren Verteilungsschlüssel für die 28 Mitgliedsstaaten, derweil der österreichische Kanzler gar Strafen für jene Länder fordert, die sich der Quotenregelung verweigern. Auch die UN forderten eine geschlossene Haltung.