LUXEMBURG
PATRICK RENDULIC

Es ist ein ganz spezielles Hobby: Amateurfunk. Wer es leben will, muss ordentlich Zeit und Mittel darin investieren. Dafür aber gewinnt man Freunde rund um die Welt. Patrick Rendulic, der Präsident der „Luxembourg Amateur Radio Union a.s.b.l.“ erklärt die Voraussetzungen für die Ausübung seiner Leidenschaft.

„Der Amateurfunk ist streng geregelt und man muss ein Examen beim ‚Institut Luxembourgeois de Régulation‘ bestehen, um eine Genehmigung für den Bau einer Funkinstallation und die Verwendung von Frequenzen im reservierten Amateurfunkspektrum erhalten zu können. Die ‚Luxembourg Amateur Radio Union a.s.b.l.‘ bietet Vorbereitungskurse dafür an. Während drei Monaten müssen die Anwärter richtig pauken, denn der Kurs hat um die 400 Seiten und beinhaltet etwa Grundlagen der Physik, der Elektronik, aber auch eine Menge Verhaltensregeln.

So werden sich die Funkamateure, die übrigens nur mit anderen Funkamateuren kommunizieren dürfen, nie über politische oder religiöse Belange austauschen. Das wurde weltweit so in einem Ethikkodex festgehalten. Dass man friedlich und freundlich miteinander umgeht, ist natürlich auch eine goldene Regel. Ebenso, dass man eventuell mitgehörte Informationen, die einen nichts angehen, für sich behält.

Doch der Austausch mit anderen Funkamateuren ist eigentlich, wenn man so sagen darf, ein Plus. Denn grundlegend geht es beim Amateurfunk darum, funktionstüchtige Sender und Empfänger zu bauen, mit Technik zu experimentieren. Lizenzierte Funkamateure sind so die einzigen Privatpersonen, die elektrische Apparaturen bauen und auch einsetzen dürfen.

Genau Statistiken haben wir nicht, aber es dürfte 400 bis 500 Funkamateure in Luxemburg geben, von jung bis alt. Allerdings sind nicht alle aktiv, die eine Lizenz haben. Das ist wenig im Vergleich mit anderen Ländern, wie etwa Japan, das mit einer Million Funkamateuren die größte Dichte weltweit zählt.

Die Zahl ist also überschaubar und die meisten ‚LX‘ –Leute – so lautet die Funkkennung für Luxemburg – kennen sich untereinander. Die Funkamateurunion unterhält ein Netzwerk von mehreren Funkrelais im Land und organisiert auch spezielle Funkevents zu besonderen Anlässen, wie rezent etwa der Mondlandung.

Amateurfunk ist ein spannendes und abwechslungsreiches Hobby und wir stehen als Verein gerne jedem mit Rat und Tat zur Seite, der einsteigen möchte und organisieren auch Reisen zu großen Amateurfunkevents, denn man muss in puncto Technik immer am Ball bleiben. Den Antrag für eine Funklizenz muss aber jeder individuell stellen.“