Drei Jahre nach dem historischen Klimaschutzabkommen von Paris hat sich die Weltgemeinschaft darauf geeinigt, wie dieses Abkommen in die Praxis umgesetzt werden soll. Denn am Wochenende ging die 24. Weltklimakonferenz in Kattowitz zu Ende. Herausgekommen ist ein 133-seitiges Regelwerk für den Klimaschutz. Vielen NGOs geht das Ergebnis der Konferenz nicht weit genug, sprechen vom Erreichen eines Minimalziels oder ziehen ein noch negativeres Fazit. Hierzu Raymond Aendekerk, Direktor von Greenpeace Luxemburg. 

„Die Klimakonferenz ist nicht bis zu dem Punkt gekommen, bei dem wir sagen können, dass wir mit dem Resultat zufrieden sind. Nicht nur wir NGOs hatten uns mehr erhofft, auch viele Staaten, die bereits stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind. Am Ende ist es nur eine Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Das liegt auch daran, dass Länder wie die USA, Russland, die Türkei oder auch Saudi-Arabien immer wieder Einwände bei den genauen Formulierungen hatten. Was besonders schade ist, ist, dass der aktuelle Sonderbericht der IPCC zur Klimaerwärmung nicht Gegenstand der Debatte war. Dieser sieht als klares Ziel eine Begrenzung der Erwärmung auf 1,5 Grad vor, um die schlimmsten Auswirkungen einzudämmen. Hinter dieses Ziel stellen sich alle seriösen Klimawissenschaftler, denn es würde das größte Unheil, die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels, abwenden und erheblich abschwächen.

Positiv ist, dass nun endlich ein festes Regelwerk existiert, das vorgibt, wie die Ziele, die beim Klimaschutzabkommen von Paris festgehalten wurden, erreicht werden, dass eine Evaluierung aller Maßnahmen in den einzelnen Staaten möglich ist und dass die Ambitionen weiter hochgeschraubt werden sollen. Greenpeace hofft allerdings, dass die Verbindlichkeiten, die für die jeweiligen Länder dann gelten, auch wirklich umgesetzt werden.

Es wurde ebenso versäumt, ein klares Bekenntnis gegenüber jenen Staaten zu machen, die bereits stark unter dem Klimawandel leiden, wie etwa die Pazifikstaaten, Länder der ariden und semiariden Klimazonen oder Staaten in Bergregionen, wo Gletscher schmelzen, was große Auswirkungen auf die Wasserversorgung vieler umliegender Länder hat. Hier wäre ein höheres Entgegenkommen, sowohl bei den Zielen und Maßnahmen, als auch bei den finanziellen Hilfen, nötig gewesen. Außerdem wurde die Chance versäumt, der nächsten Generation einen besseren Start zu bieten, mit den zukünftigen Klimaproblemen besser umzugehen und sie weiter zu bewältigen. Daher muss der Druck auf die Regierungen weltweit aufrechterhalten werden.

Luxemburg weiß, was zu tun ist. Es muss sich demnach weiterhin stark bemühen, die fossile Energieversorgung in nachhaltige Formen umzuwandeln. Der große Impakt Luxemburgs auf das Weltklima liegt jedoch in unserer globalen Finanzindustrie. Je weniger die Fonds in Kohle- und andere umweltschädliche Großprojekte investieren und je mehr in zukunftsweisende und nachhaltige, desto besser steht es um die Zukunft unseres Planeten.“