LUXEMBURG
MM

Schreibtischarbeit im Büro ist in Luxemburg die Norm

Nach den Ergebnissen des gestern vorgelegten „Workmonitor“ der Zeitarbeitsfirma Randstad arbeiten in Luxemburg 60 Prozent der Befragten „auf traditionelle Weise“ im Büro. Dies ist viel weniger als in Indien (85 Prozent), aber viel mehr als in den Niederlanden (47 Prozent), wo die Flexibilität der Arbeit ausgeprägter zu sein scheint, wie Randstad mitteilt.

Luxemburg ist demnach neben Griechenland das Land, in dem flexible Arbeit (von jedem Ort und zu jeder Zeit) am wenigsten praktiziert wird. Es betrifft nur 27 Prozent der Befragten. Das ist weniger als in Deutschland (52 Prozent), Frankreich (39 Prozent) oder Belgien (32 Prozent). Laut Randstad erklärt sich die geringe Zahl des flexiblen Arbeitsortes durch den hohen Anteil der Grenzpendler, die in Luxemburg arbeiten, sowie die Steuervorschriften, die Arbeit von zuhause aus behindern. Knapp 60 Prozent der Befragten hätten aber gerne zuweilen sogenannte „Home Office“-Arbeiten. Mit Frankreich wurde kürzlich im Steuerabkommen festgehalten, dass französische Grenzpendler künftig 29 Tage pro Jahr von zuhause aus arbeiten dürfen.

77 Prozent der Befragten, die flexibel arbeiten können, geben an, dass diese Art der Arbeit es ihnen ermöglicht, ein besseres Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben zu finden, und fast 80 Prozent der Befragten glauben, dass dies ihre Produktivität und Kreativität fördert. Andererseits weisen 43 Prozent darauf hin, dass diese Art der Arbeit auch Druck verursacht, da sie sich nie von ihrer Arbeit getrennt fühlen. Dies betrifft mehr Frauen (45 Prozent) als Männer (40 Prozent). 64 Prozent der Befragten geben indes an, lieber im Büro zu arbeiten. Insgesamt denken aber die meisten befragten Beschäftigen in Luxemburg, dass sie in ihrer Arbeitsgestaltung recht frei sind. Rund 67 Prozent der 400 Befragten gaben an, einen deutlichen Spielraum bei der Organisation ihrer Aufgaben zu haben. Rund 45 Prozent bekommen genaue Anweisungen von ihren Vorgesetzten verglichen mit 60 Prozent in Deutschland, Belgien und Frankreich.

Wenige Arbeitsplatzwechsel

Der Mobilitätsindex, womit der Arbeitsplatzwechsel gemeint ist, ist in Luxemburg sehr niedrig, demnach haben nur fünf Prozent der hiesigen Arbeitnehmer in den letzten sechs Monaten den Arbeitsplatz gewechselt im Vergleich zu 13 Prozent in Belgien, 21 Prozent in Deutschland und 23 Prozent in Frankreich. Rund 20 Prozent der Arbeitnehmer in Luxemburg, Belgien, Frankreich und Deutschland geben aber an, den Wunsch zu haben, den Arbeitsplatz zu wechseln.

Dreiviertel der Befragten in Luxemburg sind aber insgesamt mit ihrer Arbeit „sehr zufrieden“.