LUXEMBURG
CB/PST

Nachgefragt: Wie laufen die Corona-Tests in den Privatlaboren?

Die Coronavirus-Tests laufen auf Hochtouren. Schnell hatten einige Labore Lösungen für mobile Test parat. Auf Nachfrage bei den „Laboratoires Réunis“ hieß es gestern, dass nach der Eröffnung der vier regionalen Behandlungszentren (CSA) der Andrang beim Drive-In-Testangebot der zurückgegangen sei. Laut Co-CEO Prof. Dr. med. Bernard Weber kommen derzeit täglich rund 500 Personen, um sich auf Covid-19 testen zu lassen. Zuvor konnte konnte sich diese Zahl auf fast 1.000 belaufen, erklärt der Virologe gegenüber dem „Journal“. Was das Material zur Durchführung der Tests anbelangt, habe es „bislang glücklicherweise noch keine Schwierigkeiten“ gegeben, so Weber, auch wenn die Reserven gelegentlich knapp wurden und immer wieder nachbestellt werden musste.

Die „Laboratoires Réunis“ bieten seit Mitte März Coronavirus-Tests in Junglinster, Bascharage und Marnach an. Die Proben werden dabei auf einem reservierten Parkplatz entnommen, allerdings nur dann, wenn eine ärztliche Verschreibung vorliegt. Das Covid-19-Testergebnis soll laut Angaben des Privatlabors nach etwa 48 Stunden vorliegen. Im Falle eines negativen Testergebnisses erhalten Getestete eine SMS. Fällt der Test positiv aus, liegt also eine Infektion vor, wird das Resultat auch dem Arzt mitgeteilt.

Antikörpertests: Fragen bleiben

Derzeit bereitet sich das Privatlabor auch auf die Durchführung der von der Regierung geplanten Antikörpertests vor. Durch eine Blutentnahme kann festgestellt werden, ob eine Person Kontakt zu einem Coronavirus-Infizierten hatte und ob eventuell eine Immunität vorliegt. Allerdings sind laut Weber dabei noch Fragen offen, ob beispielsweise eine Immunität auch vor einer Neuinfektion schützt oder wie es in diesem Fall um die Übertragbarkeit des Virus bestellt ist. Das seien Dinge, die man heute noch wisse. Getestet werden müsse auch, ob auf bereits verfügbare Schnelltests zurückgegriffen werden kann. Bei vielen wisse man nicht, ob sie sich auch eigneten.

Das „Laboratoire Ketterthill“ indes, das über ein Netz aus 100 Zentren und Entnahmestellen in Luxemburg verfügt, verweist auf seiner Webseite zuerst auf die vier „Centres de soins avancés“ (Kirchberger LuxExpo, Escher Rockhal, Ettelbrücker Däichhal, Grevenmacher Kulturzentrum), die man im Falle von Corona-Symptomen aufsuchen sollte, aber dies erst nachdem man mit seinem Arzt gesprochen habe.

Ketterthill selbst verfügt über zwei Laboratorien, die derzeit ausschließlich für Corona-Tests reserviert sind, jedoch nur für Patienten, die eine ärztliche Verordnung haben, und zwar in Esch/Belval (Plateau technique) und auf der hauptstädtischen Cloche d’Or. Das Laboratorium auf Belval ist von montags bis freitags von 7.00 bis 17.00 geöffnet, dasjenige auf der Cloche d’Or von montags bis freitags von 11.00 bis 16.00 sowie samstags von 7.00 bis 10.00. Wie viele Corona-Tests Ketterthill aber bislang schon durchgeführt hat, dazu gab es gestern auf Anfrage hin nur die Antwort, dass die Direktion im Moment zu dieser Frage keinen Kommentar abgeben wolle.