LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Anpassungen ab 2017/18 bei Abschlussexamen in den Sekundarschulen geplant

Weniger Examen, um so eine bessere Vorbereitung zu ermöglichen und sich dem Ausland anzupassen, aber auch eine umfassendere Bescheinigung der besuchten Kurse, um die Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung an Universitäten zu erhöhen: Diese Ziele verfolgt die heute von Bildungsminister Claude Meisch (DP) vorgestellte Reform der Abschlussexamen im (klassischen) Sekundarschulwesen, die ab nächstem Jahr greifen soll - also nicht für die bevorstehenden „Premièresexamen“ in diesem Jahr gilt.

Sechs schriftliche, zwei mündlichePrüfungen

Konkret soll die Anzahl der schriftlichen Examen von heute sieben bis zehn auf sechs reduziert werden. Statt drei sollen künftig noch zwei mündliche Prüfungen absolviert werden. „Nirgends in Europa gibt es Länder mit sieben bis zehn schriftlichen Examen“, sagt Meisch. Dies bedeute mehr Stress für luxemburgische Schüler. Unterlagen des Ministeriums zufolge absolvieren Abiturienten in Deutschland vier bis fünf Klausuren sowie mindestens eine mündliche Prüfung. In Frankreich sind es sechs schriftliche Evaluierungen und zwei mündliche. „Wir wollen dem Schüler ermöglichen, ein besseres Prädikat (mention) zu erreichen.“ Zwischen den Examen, denen sich die Schüler auch weiterhin innerhalb eines Zeitraums von zwei Wochen stellen werden, bleibt demnach etwas mehr Luft zur Vorbereitung. Meisch betont aber: „Es wird nicht einfacher werden, das Abitur zu meistern“, schließlich würden auch in Zukunft alle Fächer abgefragt werden. Die Spielregeln bleiben demnach dieselben, lediglich in der Examenszeit gibt es eine Entlastung.

Die Reform soll ebenfalls einem veränderten akademischen Umfeld Rechnung tragen, indem sich Universitäten stärker für das Profil ihrer zukünftigen Studenten interessieren. „Unsere Schüler können viel mehr, als wir ihnen heute bescheinigen“, führt Meisch aus. Ein „complément“ zum Abschlussdiplom soll nicht nur Aufschluss über alle Fächer von „2e“ und „1ère“ und der entsprechenden Jahresnote liefern, sondern auch die Jahresnoten in Optionsfächern, außerschulische Aktivitäten und eine detaillierte Beschreibung der erworbenen Kompetenzen und Kenntnisse, zum Beispiel Sprachkompetenzen, umfassen. Relevant seien diese Informationen, weil sie unter anderem auch die Interessen der Schüler widerspiegelten.

Anpassungen im „Technique“ ein Jahr später

Für das darauf folgende Schuljahr 2018/2019 ist eine ähnliche Reform im technischen Sekundarschulwesen geplant. Auch hier soll die Anzahl der Examen reduziert werden. Die Details sind hier noch nicht festgelegt.